Aus uns werden Maorikatzen …

22. Mai 2018

Ihr hattet ja dieses Mal per Facebook-Umfrage selbst die „Maus in der Hand“
und konntet bestimmen, wohin uns unsere Weltreise im Rahmen der Artikelreihe
„Katzen rund um die Welt“ als Nächstes führen soll. 
Anscheinend wolltet Ihr, dass wir zu Maorikatzen werden, 
und habt uns nach Neuseeland geschickt.
Wie Ihr wünscht …

Der Name

Der Name Neuseeland als zusammenfassende Bezeichnung für die Inseln, welche das Land
heute bilden, wurde übrigens von den ersten europäischen Einwanderern gewählt.
Davor existierten lediglich Begriffe für die Nord- und die Südinsel des Landes.

Die heute am weitesten verbreitete und meistakzeptierte Maoribezeichnung für Neuseeland lautet: 
Aotearoa [aoˌteaˈroa]

Mündlich überliefert soll die Tochter des Entdeckers etwas Weißes am Horizont gesehen
und „He ao! He ao!“ („Eine Wolke! Eine Wolke!“) ausgerufen haben.
Sie hatte damit die Great Barrier Island (nahe Auckland, NZ) entdeckt, die in der Sprache der Maori
bis heute als Aotea (also Weiße Wolke) bezeichnet wird.
Als die Maori bald darauf eine wesentlich größere Landmasse hinter dieser Insel entdeckten,
nannten sie sie Aotea Roa.

Die gebräuchlichste Übersetzung dieser Bezeichnung ist:
„Land der langen weißen Wolke“

Die etwas andere Einwanderung

Da die Einreisebestimmungen in Neuseeland ziemlich streng sind
und wir selbstschnurrend nicht in Katzenquarantäne wollten,
mussten wir uns natürlich einen kreativen Weg einfallen lassen,
um möglichst unauffällig und dennoch mit Stil einreisen zu können.

Da wir schon über etwas Erfahrung aufgrund unseres letzten Artikels verfügten,
enterten wir kurzerpfote ein Waka (siehe Titelbild) um stilgerecht,
eben wie Maorikatzen, einzureisen.

Hintergrund

Ein Waka ist ein traditionelles und meist reich verziertes Kanu der Maori,
der Ureinwohner oder wie man es heute nennt, des indigenen Volkes von Neuseeland.

Einheimischen Legenden zufolge soll die Besiedelung Neuseelands zwischen 950 und 1350 n. Chr. stattgefunden haben, wobei im Jahr 1350 acht Kanus/Wakas an verschiedenen Orten angekommen sein sollen, mit denen sich die verschiedenen Stämme der Maori identifizieren.
Aus diesem Grund nennen die Einheimischen bis heute auch noch ihr jeweiliges Waka,
wenn sie sich jemanden vorstellen.

Angekommen und nun?

So perfekt getarnt konnten wir ohne größere Probleme unsere Pfoten
auf neuseeländischen Boden setzen, doch wir erkannten auch rasch unsere missliche Lage …
Denn wir sind quasi fast umgehend auf nette Maorimenschen gestoßen,
welche uns freundlich mit Leckereien versorgten, doch …

Die haben Farbe im Gesicht!

Die relativ bekannte Körperverzierung der Maori wird Tā moko genannt und bezeichnet die traditionelle dauerhafte Verzierung des Körpers und des Gesichts mittels Kratz- und Schabwerkzeugen.

Haut mit Moko trägt narbige Erhebungen und ist im Gegensatz zu einem Tattoo nicht mehr glatt und weich. 
Vor der Kolonialisierung trugen praktisch alle hochrangigen Maori Moko als Zeichen des sozialen Status. 
Es bezeichnete den Übergang vom Kind zum Erwachsenen und beinhaltete einen „Code“ der Aussagen über Herkunft und Rang zuließ.

Ein schwerer Weg zu echten Maorikatzen …

Mit Kratz- und Schabwerkzeugen durchs Fell, ernsthaft? 
Nun davon hat Herrchen aber nichts erwähnt, so viel Einsatz wollten wir im Rahmen
dieser Artikelreihe dann auch wieder nicht bringen …
Hallo? Hilfe?

Dem Schnurrgott sei Dank, werden die Muster heute in der Regel zu touristischen Zwecken
auch aufgemalt und so hat uns Herrchen fix ein Alibi verschafft …

Maorikatzen-Egyptian Mau-Katzenblog
Maorikatze, © Belinda di Keck, Kunstatelier di Keck, Homepage

So perfekt als Maorikatzen getarnt, konnte uns natürlich nichts mehr passieren.
Immerhin würden wir doch mit diesem Look schon fast den einheimischen Katzenpass bekommen,
oder was meint Ihr?

Die Maori können sich ja gerne diese Muster tätowieren, wenn sie wollen, aber unser Fell ist uns heilig. 
Da bleiben wir lieber bei der sehr guten Fälschung!

Infos zum Bild:

Die Künstlerin Belinda di Keck hat übrigens unter dem Thema „Wächterkatzen“
mehrere Zeichnungen und Bilder mit Schnurrfaktor erstellt (Link + Menü „Wächterkatzen“). 

Übrigens würde auch die oben dargestellte Maorikatze noch ein schönes Zuhause suchen
und wir sind uns sicher, in diesem Fall ist Einzelhaltung ausnahmsweise erlaubt. ;-)

Falls jemanden von Euch ein Werk gefällt, könnt Ihr natürlich
relativ unkompliziert und direkt bei der Künstlerin anfragen.

Dies ist übrigens keine Werbung oder so, sondern lediglich Ergebnis eines sehr netten Kontakts.
Unter anderem deswegen verstehen wir auch manche Webseitenbetreiber nicht,
welche fremde Bilder einfach ungefragt einbinden. 

Abgesehen davon, dass dies strafbar ist, hatten wir bisher wirklich nur nette Kontakte
und konnten auch so manch unerwartete Freundschaft knüpfen.

Neuseeland = Katzenland?

Nun trotz unserer nun perfekten Tarnung als Maorikatzen,
welche uns bessere Einblicke erlaubt, können wir das so generell nicht sagen.

Neuseeland ist eines jener Länder, welches zumindest für europäische/westliche Verhältnisse,
stark auf die natürlichen Ressourcen sowie den Natur- und Artenschutz achtet
oder es zumindest sehr aktiv versucht.

Das Problem hierbei ist, dass nicht nur gefälschte Maorikatzen, 
sondern auch Katzen generell in Neuseeland (eigentlich) nicht heimisch sind.
Vielmehr wurden diese durch die europäischen Einwanderer
sowie durch den Schiffsverkehr „eingeführt“.

Katzen als Bedrohung für die Tierwelt?

So eigenartig das jetzt klingt, aber da Katzen in Neuseeland lange Zeit nie natürlich vorkamen,
musste sich die lokale Tierwelt auch nie an Katzen anpassen …

Maorikatzen-Egyptian Mau-Katzenblog

Auf den Inseln Neuseelands konnten sich dadurch zwar einerseits durch
die relative Abgeschiedenheit des Landes sehr lange seltene und außergewöhnliche Tierarten
entwickeln, welche nun allerdings andererseits teilweise akut
durch das natürliche Jagdverhalten der Katzen bedroht sind.

Daher sind Katzen zwar als Haustiere geschätzt, etwa 47 % der Bevölkerung
besitzen eine oder mehrere Katzen (bei 4,7 Mio. Einwohnern).
Gemessen an der Einwohnerzahl werden nirgendwo auf der Welt
so viele Katzen gehalten wie in Neuseeland, allerdings sind sie aus
Naturschutzgründen als Freigänger & Jäger eben eher unbeliebt.

Es gibt sehr strenge Regeln, Richtlinien & Empfehlungen zur Katzenhaltung
(Kastrationspflicht, Mikrochippflicht, Meldepflicht für Streunerkatzen, etc.)

Für unser Verständnis eher ungewöhnlich:
– Katzen müssen/sollten nur in geschlossenen Räumen bzw.
   in den Wohnräumlichkeiten gefüttert werden.
– Streunerkatzen (Katzen ohne Chip) dürfen nicht gefüttert werden
   und können quasi jederzeit durch Jäger oder Fachpersonal in Tierheime  
   gebracht oder im Extremfall getötet werden.
– Katzen sollten in den Nachtstunden keinen Freigang erhalten.

Zudem gibt es spezielle Informationsblätter für eine verantwortungsvolle Katzenhaltung,
welche jeder Halter regelmäßig verpflichtend bekommt (z. B. beim Tierarzt).
Wir verlinken Euch hier einmal ein solches Exemplar.
Diese Idee finden wir übrigens sehr lobenswert, Informationsmaterial schadet nie und kann nur helfen.

Alles Kiwi oder was?

Katzen selektieren natürlich nicht unbedingt, welche Tierarten sie nun jagen und welche nicht.
Hier spielen eher der Instinkt und der Jagderfolg eine Rolle, trotzdem gilt natürlich,
je einfacher die Beute erlegt werden kann, umso besser.

Womit wir gleichzeitig auch schon bei einem schwierigen Thema wären,
denn Neuseeland ist definitiv das Kiwiland schlechthin, doch Vorsicht,
es gibt gleich drei Varianten davon …

Kiwi (Vogelart) 

Kein Tier passt hier wohl besser hin, als jener flugunfähige, nachtaktive, am Boden brütende und seltsam behäbige Vogel der auch als Neuseelands Wappentier herhalten muss und nebenbei eben Kiwi genannt wird.


Er war zuerst hier, allerdings wurde er zunächst von uns Menschen
wegen seiner Federn gejagt, mit welchen man vorzugsweise teure Kleider zierte.
Seit 1921 steht der Vogel unter Schutz, allerdings gibt es immer noch diese „neuen“ Tiere
in Form von Katzen und Wieseln, welche ihm zu schaffen machen …

Schätzungen zu Folge werden über 90% der wild lebenden Kiwis
von Katzen und Wieseln getötet, bevor sie überhaupt noch 100 Tage alt sind.

Heutzutage sind alle fünf Unterarten „akut bedroht“, wenn nicht sogar „vom Aussterben bedroht“.
Deswegen verwundert es auch nicht, wenn man versucht die Katzen als „natürliche“ Feinde
an die kurze Leine zu nehmen und beispielsweise den nächtlichen Freigang schlicht reduziert bzw. verbietet.

Der Kiwi ist ausschließlich in Neuseeland heimisch und daher auch das Nationalsymbol schlechthin.

Kiwis (Menschen)

Da der Vogel als Wappen auf Militäruniformen und anderen Kleidungsstücken fungierte und Neuseeland sich an beiden Weltkriegen beteiligte, wurden die Einwohner/Menschen schnell als „Kiwis“ bekannt.

Nicht unwesentlich dazu beigetragen haben soll auch eine Schuhcreme,  
welche den Vogel als Logo und den Schriftzug „Kiwi“ auf sämtlichen Dosen verwendete
und übrigens auch noch heute verwendet.

Kiwis (Frucht)

Bei uns wird Neuseeland wohl noch am ehesten mit der Kiwi als Frucht assoziiert,
wobei die Frucht eigentlich eine chinesische Stachelbeere ist.
Diese wurde lediglich importiert und erst danach in Anlehnung an den Vogel als „Kiwi“ vermarktet.

Neuseeland ist übrigens auch nicht der größte Produzent der Kiwifrucht weltweit, sondern China.
Allerdings herrschen in Neuseeland perfekte Voraussetzungen und dank des Marketinggags steht fälschlicherweise eher Neuseeland im Ruf das Kiwiland zu sein, aber irgendwie stimmt es ja dann doch … :-) 

Hirtenkater Steve

In Neuseeland gibt’s vielleicht keine Maorikatzen, aber immerhin einen waschechten Hirtenkater!
Womit wir wieder bei den etwas lustigeren Themen wären, denn Kiwi hier Kiwi dort,
da hat man doch irgendwann sonst nur noch Kiwi im Kopf … 

Maorikatzen-Egyptian Mau-Katzenblog
amanda_whitlock/Instagram

Steve war ein reiner Hauskater , dann zog ein Schwung Lämmer ein – und er schloss Freundschaften.
Inzwischen ist er ganz klar der oberste Hirtenkater des Trupps. :-)

Aus drei Tagen zur Eingewöhnung (der Schafe) im Stall wurde eine echte Tierfreundschaft.
Der Hauskater Steve entdeckte die neuen Mitbewohner nämlich und
lässt diese seitdem nicht mehr aus den Augen.

First Cat of New Zealand

Bei allen Regeln und dem teilweise strikten Umgang mit Katzen, haben die Einwohner ihre Fellnasen dennoch gern und mit dem Antritt der aktuellen Regierungschefin gab es sogar kurz die erste First Cat Neuseelands.

„Paddles“ begeisterte auf Twitter (@FirstCatofNZ) ihre zahlreichen Fans
und hätte vielleicht sogar für Maorikatzen sorgen können.
Auf jeden Fall soll sie wichtige Gespräche von Frauchen regelmäßig
durch lautes Miauen gestört haben – ganz Politikerkatze eben.

Allerdings wurde Paddles leider von einem Auto erfasst und überfahren.
Ganz sicher ist sie nun im Katzenhimmel. Aber vielleicht lohnt es sich,
dem Twitterkanal trotzdem noch zu folgen, eventuell folgt ihr ja ein würdiger Pfotenträger nach …


Wir hoffen, wir haben es geschafft, einen informativen und lustigen Artikel
über die Katzenwelt in Neuseeland für Euch zu schreiben, auch ohne zu echten Maorikatzen zu werden …

Irgendwie finden wir es lustig, vorab nicht zu wissen über was wir genau schreiben werden, daher werden die Facebook-Umfragen im Rahmen dieser Artikelreihe „Katzen rund um die Welt“ ganz sicher fortgesetzt werden. Wir freuen uns bereits jetzt auf Eure aktive Teilnahme!

Natürlich freuen wir uns auch, wenn Ihr uns auf unseren sozialen Schnurrkanälen 
(wie Facebook, Instagram oder Twitter) auch ohne Umfrage folgt,
denn aktiv sind wir dort trotzdem.

Ebenfalls schnurren wir auch vor Freude, wenn Ihr uns nette Kommentare
und/oder Maunzfeedback jeglicher Art (unter diesem Beitrag) hinterlasst!

Liebe Schnurrer 
Cleopatra, Manet, Matt

Bildquellen / Picture credits:
Titelbild: Pixabay (Link) [CCo-Lizenz, Abruf: 16.05.2018] – eigene Bearbeitung
Artikelbild 1: © Belinda di Keck, Kunstatelier di Keck, (Link)
Verwendungsrecht des Bildes in Verbindung mit diesem Beitrag
aufgrund schriftlicher Vereinbarung im Zeitraum 05/2018.
Artikelbild 2: Pixabay (Link) [CCo-Lizenz, Abruf: 16.05.2018]
Artikelbilder 3-4: Rainbow Springs Nature Park (Link
Artikelbild 5: Amanda Whitlock / Instagram (Link)

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