Also in meiner Kinderstube, war ich länger als meine Freundin Cleopatra.
Meine Kinderstube war auch größer und viel weiter weg…
Ich hatte Glück dort überhaupt leben zu dürfen, aber das nette Team dort hoffte immer,
dass auch ich einmal meinen eigenen Menschen finden würde.
Ich hatte dort total viele Fellnasenfreunde, die auch – genauso wie ich – warteten.
Wir warteten alle einfach nur auf den richtigen Menschen, der uns bei sich aufnehmen würde.
Leider warteten manche Kollegen schon sehr lange, aber die netten Menschen dort machten uns immer wieder Mut.
Außerdem bekamen wir hier im Vergleich zur Straße, wo die meisten von uns herkamen, immer Futter und etwas zu trinken.
Ja, meine Kinderstube war das Blue Moon Animal Center in Hurghada, Ägypten.

So wartete ich also Tag für Tag.
Bewachte immer mein eigenes Futter, weil ich noch wusste,
dass ich es mir vor meiner Zeit im Blue Moon immer schwer erjagen oder suchen musste.
Aber diese Tage waren immer lang,
manchmal dachte ich auch darüber nach,
wie es wohl sein würde einen eigenen Menschen zu haben.
Die Zweibeiner im Blue Moon kümmerten
sich zwar ganz toll um uns aber so ein ganz eigener Mensch
– nur für mich – das wär‘ schon super.
Ich bis dahin ja wenig Glück, daher kannte ich das ja gar nicht…
Außerdem hoffte ich, man könnte mein verletztes Beinchen wieder reparieren.
Damit ich wieder – ohne zu humpeln – laufen kann.

In der Zwischenzeit aber, genoss ich es einfach hier mein tägliches Futter
zu bekommen und so manche Spiel- und Knuddeleinheit.
Ich erkannte rasch, das es viel besser war sich von den Zweibeinern des Blue Moon – Teams streicheln
und anfassen zu lassen, da bekam man immer mehr zu fressen und es machte auch noch Spaß!
Irgendwann kam jemand mit so einem schwarzen Ding in mein Gehege
und sagte mir, ich müsse ganz nett gucken,
damit ich schnell einen eigenen Menschen finde.
Ich glaubte das und man machte ein ganz hübsches Foto von mir,
findet Ihr nicht?
Mein Mensch hat dieses Foto auf Facebook gesehen
und wollte mich sofort einziehen lassen.
Ich war so glücklich als ich das hörte,
endlich MEIN eigener Mensch.
Aber mein Mensch lebte angeblich total weit weg
und mein Beinchen sollte auch noch gerichtet werden…
Also durfte ich zwar meine Heimat verlassen und wegfliegen,
aber vorerst nur für „Ferien“ zu einer ganz netten Pflegefamilie in die Schweiz.
Dort operierte man mein Beinchen…
Das hat voll wehgetan, ich wusste aber das musste sein,
damit ich wieder normal laufen kann und darauf freute ich mich schon total.
Gott sei Dank heilten meine Operationswunden gut und ich hatte schnell weniger Schmerzen.
Es rückte der Tag immer näher, an dem ich meinen eigenen Menschen kennenlernen durfte…
Aus diesem Grund steckte man mich schon wieder in diese Kiste, 
in der ich schon im Flugzeug solange drin‘ war.
Ich fuhr gemeinsam mit meiner Pflegefamilie nach München,
um dort meinen neuen Menschen zu treffen.
Nach einer langen Fahrt war’s endlich soweit, ich sah meinen Menschen zum ersten Mal…
Ich war noch skeptisch (und in der Kiste) aber der sah ganz nett aus und ich freute mich.
Leider war meine Fahrt noch nicht zu Ende,
aber ich wusste ich komme gleich in mein eigenes Zuhause,
deswegen fand ich’s nicht so schlimm.
Außerdem redete mein neuer Mensch dauernd mit mir – ich verstand nichts –
der redete in einer ganz anderen Sprache mit mir, die kannte ich noch gar nicht.
Trotzdem schaute ich ganz lieb aus meiner Box raus, voller Vorfreude auf mein neues Heim.
Irgendwann waren wir dann endlich angekommen – endlich ein eigenes Zuhause!
Mein Mensch brachte mich gleich in ein eigenes Zimmer, damit ich mich ausruhen konnte,
immerhin hatte ich ja auch noch immer die Narbe von meiner Beinchenoperation.
Ich war total müde, glücklich und gespannt zugleich,
denn ich hatte endlich ein eigenes, schönes Zuhause gefunden!
Danke an all die Menschen, die mitgeholfen haben um mir das alles zu ermöglichen!
Vielen Dank auch an das ganze Team des Blue Moon Animal Centers.
Ihr seid super, macht einfach weiter so!
Eurer Matt
(Fotos 1-4 © Blue Moon Animal Center)
