Mein Weg zu drei Katzen (Teil 3)

23. August 2016

Mein Weg zu drei Katzen führte mich logischerweise irgendwann zur dritten Katze …

Nachdem ich Euch im ersten Teil schon erzählt habe, wie Cleopatra zu mir kam
und im zweiten Teil Manet’s Geschichte enthüllt wurde, folgt nun der dritte Teil.

In diesem Teil präsentiere ich Euch Details zu meiner dritte Katze
und meinen heimlichen Seelenkater, Matt.

Zudem halte ich Euch vor Augen, warum genau ein seriöser und ehrlicher Züchter wichtig ist.

Drei Katzen – aber warum?

Nun, es gibt im Prinzip kein warum.
Eigentlich ist es sogar schwieriger, eine Einzelkatze in ein vorhandenes Katzengespann zu integrieren.
Daher kann es mitunter vernünftig sein, gleich zwei Katzen (z. B. Geschwister) zu adoptieren,
diese haben dann zumindest einander und nerven die „Altkatzen“ nicht all zu sehr.

In meinem Fall stellte sich die Frage nach dem warum allerdings gar nicht.
Ich war glücklich mit Cleopatra & Manet, beide waren ein tolles Team geworden
und alles war perfekt.

Wie es als Katzenbesitzer (& Katzenblogger) aber eben so ist, tritt man im Laufe der Zeit
der ein oder anderen Katzengruppe in diversen sozialen Medien bei und lässt sich berieseln.

In meinem Fall war eine diese Gruppen eine Bengalkatzengruppe,
da ich diese Rasse faszinierend fand.
Die Optik, der Look und der wilde Charakter sprachen mich irgendwie an,
aber in der Gruppe war ich eher der stille Mitleser und bewunderte die schönen Bilder.

Ein stiller Mitleser oder doch nicht?

Ich war tatsächlich ein ganz unauffälliges Mitglied dieser Gruppe,
den Gedanken noch mal so ein kleines Fellmonster zu wollen,
schob ich bewusst weit von mir.

Dies gelang mir auch sehr lange mit großem Erfolg,
bis zu dem Tag, an dem ein ganz bestimmtes Foto gepostet wurde …

drei Katzen-Egyptian-Mau-Katzenblog_F4

… „Bengalischer Clown sucht neue Wirkungsstätte“ war neben diesem hübschen Bildchen zu lesen …

Ich dachte nur: „wunderhübsch, aber der findet schnell ein schönes Zuhause.“

Trotzdem war ich fasziniert von diesen blauen Augen und wollte unbedingt wissen,
ob diese auch blau bleiben oder ob sich selbige noch verfärben.

Ich fand schließlich heraus, dass die Augen bei Schneebengalen (snow) mit dem Zusatz „lynx“ immer blau bleiben.
Im Gegensatz dazu werden die Augen bei Schneebengalen mit dem Zusatz „mink“ im Laufe der Zeit eher türkis.

Dieser hübsche Kerl auf dem Foto war ein „lynx“ – Kater, seine Augen würden also so bleiben.

Ich sah wahnsinnig hübsche Fotos von ausgewachsenen Exemplaren,
aber ich riss mich zusammen (wenn man das so nennen kann)
und reagierte vorerst nicht auf das Bildchen des Clowns.

Ein sehr anhänglicher Clown …

Dieser kleine „Clown“ lies aber nicht locker und dieses nette Bildchen kam mir immer wieder unter …
Irgendwann, nach ungefähr zwei Wochen, konnte ich nicht mehr widerstehen und ich schrieb die Züchterin an.

„Man könnte ja schließlich einmal unverbindlich nachfragen“, dachte ich mir.

Ich erfuhr einige Details und bekam auch noch ein paar weitere Fotos.
Regelmäßig ertappte ich mich fortan dabei, wie ich diese durchklickte …

Aber eine dritte Katze und noch dazu ein kleiner Clown?

Eine Frage, die ich zu diesem Zeitpunkt eigentlich schon beantwortet hatte,
doch der Clown schnurrte relativ weit weg aber nur deswegen absagen?
Nein!

Wie zum Teufel komme ich nach Kassel?

Die Züchterin lebte in der Nähe von Kassel, also nicht gerade um die Ecke
und nicht gerade attraktiv um mal schnell eine Katze zu holen.

Nach einigen schlaflosen Nächten überzeugte ich jedoch meine Schwester von der Notwendigkeit
unbedingt dorthin fahren zu müssen, um genau diese Katze dort abzuholen.
Ich sagte also schließlich auch der Züchterin verbindlich zu.

Aufgrund der notwendigen Tollwutimpfung bei internationalen Tiertransporten
mussten wir dennoch noch 21 Tage warten, bis wir den Clown abholen konnten.

Drei Wochen können verdammt lang sein, wenn man schon so neugierig ist.
Allerdings kannte ich das ja schon und schrieb mit der Züchterin ein Mail nach dem anderen.
Zu meiner Enttäuschung bekam ich sehr wenige Fotos, doch das trübte meine Vorfreude nicht,
im Gegenteil.

Hinfahrt

Da die Wegstrecke mit etwa 600 km nicht gerade kurz war, kam uns der 01. Mai als Feiertag gerade recht.

Meine Schwester, meine Nichte & ich fuhren am Vortag gemütlich hin,
wollten dann noch Kassel unsicher machen und am Feiertag den felligen Clown abholen.
So zumindest der Plan …

Die Realität sah so aus, dass wir etwa um 18:00 Uhr in Kassel waren und spontan entschlossen
den kleinen Racker einmal kurz zu besuchen.
Leider nahm die Züchterin nicht vom Telefon ab, trotzdem fuhren wir einfach mal auf Verdacht hin.
Es ist vermutlich der Traum jedes Züchters so überrascht zu werden, aber die Neugier siegte einfach.

Der Wohnort der Züchterin war kurz gesagt am Ende der Welt, dort war einfach gar nichts mehr.
Wortwörtlich gar nichts, nicht einmal die Züchterin war zu Hause …

Wirklich toll und irgendwie typisch, die Abendpläne verabschiedeten sich somit komplett,
da der Weg zurück nach Kassel einfach zu weit war.
Wir fuhren direkt ins gebuchte Hotel, welches natürlich nicht das Hilton war
und versuchten den Abend irgendwie nett zu gestalten.

Dies misslang aufgrund der fehlenden Infrastruktur etwas,
doch am nächsten Tag würden wir ja den kleinen Racker abholen können.
Diese Tatsache spendete uns etwas Trost …

Abholung

Eine mehr oder weniger komfortable Nacht später war es endlich so weit!
Wir durften den kleinen Kater ans Fell gehen und auch gleich mitnehmen.

Da wir ja schon einmal dort waren, fanden wir die Adresse natürlich ohne Probleme.
Ein ganzes Haus voller Bengalkatzen erwartete uns, was wir jedoch vorfanden
schockierte uns etwas aber dazu später mehr …

Wir wurden ins Kittenzimmer geführt und da lag er, der kleine Clown Matt.

drei Katzen-Egyptian-Mau-Katzenblog_F2

Weil Matt natürlich schon länger auf seinen persönlichen Dosenöffner warten musste,
eignete er sich offensichtlich perfekt als Polster. :-)

Zu dem restlichen Verlauf der Abholung möchte ich mich aus gewissen Gründen nicht äußern.
Es war nicht alles so, wie es eigentlich sein sollte und es wurde mir bewusst,
wie wichtig ein Erstbesuch bei einem Züchter sein kann.

Wie Ihr sicherlich schon erahnt, war Matt nicht gerade kerngesund.
Er und auch die anderen Kitten hatten eine starke Bindehautentzündung,
ich wusste vorab nichts davon – vermutlich gab es auch deswegen wenige Fotos – und war schockiert.

So sahen Matt’s Augen direkt bei der Abholung aus …

drei Katzen-Egyptian-Mau-Katzenblog_F3
Klar, ist es jetzt nicht das hübscheste Foto, aber ich finde, auch das sollte gezeigt werden dürfen.
Es ist auch keine späte Rache oder dergleichen (die Züchterin hat ihre Zucht mittlerweile aufgegeben),
es soll lediglich als eine Warnung für künftige Kittenkäufer dienen, den jeweiligen Züchter ganz genau zu prüfen.
Selbstverständlich gibt es sehr viele wahnsinnig engagierte Züchter, aber es gibt eben auch manche „schwarze Schafe“.

Auf alle Fälle ist es nicht gerade sinnvoll den Züchter nach der Katze zu wählen und wenn schon,
dann sollte man diesen Züchter zumindest vorher besuchen.

Ich plane derzeit eine weitere Reihe über die Wahl des richtigen Züchters, hierzu gibt es also später mehr.

Fragerunde: Was hättet Ihr gemacht?

Hättet Ihr es übers Herz gebracht, den kleinen Kerl dort liegen zu lassen?
Man sagt das immer so leicht, wenn die „Leistung“ nicht passt,
soll man dies nicht auch noch unterstützen …

Aber es liegt in dem Moment ja keine Ware vor einem, sondern ein lebendiges Wesen,
welches dich Hilfe suchend anschaut.
Die Katze selbst kann ja schließlich nichts für die Umstände vor Ort.

Wenn man nicht in dieser Situation ist/war, kann man es vermutlich schwer verstehen,
aber ich/wir haben keine Sekunde gezögert und den kleinen bengalischen Tiger
mit den roten Augen einfach mitgenommen.
Da Matt auch nicht die einzige Katze mit Augenproblemen dort war,
wollten wir ihn einfach so schnell wie möglich dort raus haben.

Teilt uns gerne Eure Meinung dazu in den Kommentaren mit!

Kurze Stellungnahme

Auch wenn die anderen Dinge völlig in Ordnung waren,
waren wir verständlicherweise doch bitter enttäuscht von dieser Züchterin.
Einerseits vollkommene Offenheit verlangen und andererseits selbst
wichtige Dinge verschweigen war absolut nicht fair.

Natürlich können solche Dinge in einer Zucht einmal vorkommen, keine Frage.
Dann ist es meiner Meinung nach aber nur fair, diese auch transparent zu kommunizieren.

Ja, ich hätte ihn vermutlich auch genommen, wenn ich es gewusst hätte.
Allerdings weiß man dann eben, was einem erwartet.
Jedoch hat die Züchterin ihre persönlichen Konsequenzen daraus gezogen
und die Zucht aufgegeben, auch das muss man respektieren.

Allerdings habe ich auch sehr viele andere nette Züchter kennengelernt,
welche mich in dieser Zeit wirklich nach Kräften & mit Rat und Tat unterstützt haben.
Vielen Dank dafür.

Die positive Seite der „Medaille“

Trotz all der oben beschriebenen Anfangsprobleme muss ich sagen,
dass ich die Entscheidung niemals bereut habe – im Gegenteil.

Durch die Problematik mit den Augen und die folgende Behandlung
bin ich Matt so nahe gekommen, wie keiner meiner anderen Katzen.
Diese Dankbarkeit & Vertrautheit spürt man bis heute bei ihm
und daher würde ich ihn mit keiner anderen Katze der Welt tauschen wollen.

Es waren schlimme erste Wochen, aber es war auch eine Zeit,
welche uns so richtig zusammengeschweißt hat.

Alleine diese Erfahrung (gemeinsam) durchgemacht haben zu dürfen,
ist für mich eine große Bereicherung und das wird sich nie ändern …

Auf jeden Fall habe ich meine Entscheidung für drei Katzen noch keine Minute bereut,
die Fellnasen bereichern mein Leben – jeden einzelnen Tag.
Ich finde es einfach toll!


Nun, das war Matt’s – zugegeben sehr persönliche – Geschichte.
Ich hoffe, der Artikel hat Euch – trotz der ungewöhnlichen Ereignisse – gefallen.

Wie Ihr seht, haben wir das mit den Augen schlussendlich doch ganz gut hinbekommen,
was meint Ihr?

Nähere Hintergründe hierzu werde ich Euch zukünftig im Rahmen
einer eigenständigen Reihe erläutern und erzählen.

Eventuell konnte bzw. kann ich durch diesen Artikel ja sogar einige künftige Kittenkäufer
auf dieses Thema aufmerksam machen und dafür sensibilisieren.
Das würde mich wahnsinnig freuen!

Ich möchte niemanden kritisieren oder an den Pranger stellen,
aber ein genauer Blick bei der Auswahl seines Züchters schadet sicher niemanden.

Diese Reihe ist nun zu Ende, denn eine vierte Katze kommt uns nicht mehr ins Revier …
Man soll niemals nie sagen, aber Dosenöffner für drei wunderbare Katzen sein zu dürfen,
reicht mir vorerst. :-)

Aber die nächsten Artikelreihen sind schon in Planung,
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Liebe Grüße und Schnurrer

Felix, Cleopatra, Manet & Matt

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2 Kommentare

  1. Huhu Felix und Felltrio!
    Oh, Mist. Zum Züchter zu gehen und dann prompt ein krankes Tier nach Hause mitzunehmen ist natürlich mehr als suboptimal. Bei wochenlangem Verliebtsein und der langen Anreise hätte ich ihn auch mitgenommen – wobei ich generell immer zuerst einmal die Zucht abchecke, da bin ich paranoid. Hat mir dieses Mal aber auch nichts gebracht, meine beiden Kitten vom Züchter haben mir trotz wieder einwandfreiem Eindruck vor Ort (zumal ich die Züchterin bereits länger kenne) Parasiten eingeschleppt. Ist ne ziemlich eklige und wahnsinnig langwierige und teure Sache jetzt. Hab auch schon Unverständnis geerntet, dass ich die beiden nicht gleich zurückgebracht und mein Geld zurückverlangt habe – aber das sind nun mal keine defekten E-Geräte, sondern Lebewesen. Und sie haben durch die ganze Behandlung schon eine so geniale Bindung zu mir, wir gehören zusammen und bleiben zusammen.
    Hach, und dein Matt ist trotz des etwas wackligen Starts ins Leben so ein schicker Kerl geworden – diese Augen! <3
    Einen guten Start in ein hoffentlich chilliges Wochenende wünsch ich euch!
    Liebe Grüße
    Laura + Fellgiganten

    • Huhu,
      ja das mit der vorherigen „Kontrolle“ wird mir eine Lehre sein. Aber wie sagt man so schön? Nur aus Fehlern lernt man.
      Die Kommentare bezüglich Rückgabe hörte ich auch nur allzu oft aus meinem Freundeskreis und von den Kollegen, aber das sagt sich natürlich einfach, wenn man die Katze nicht in dem Moment vor einem gehabt hat …
      Oje, das mit den Parasiten hört sich aber jetzt auch nicht gerade toll an … :-(
      Solche „Aktionen“ verschlingen einfach wahnsinnig viele Nerven und auch Geld, trotzdem – wie du sagst – die Bindung ist währenddessen und auch noch danach einfach einzigartig.

      Es ist so lustig, immer die gleiche Reaktion auf Matt’s Augen …
      Wenn man das jeden Tag sieht, gewöhnt man sich irgendwie daran, schade eigentlich – aber danke für die Blumen … :-)
      Danke, wünsch dir und den Samtpfoten auch ein chilliges Wochenende!

      Bin gerade dabei mein neues Notebook auf Vordermann zu bringen, der Schreibtisch sieht etwas chaotisch aus :-o
      Hoffe, ich schaffe es dieses Wochenende noch einen Beitrag zu veröffentlichen *grübel*

      Liebe Grüße
      Felix & Katzentrio

Schnurr uns was ....