|Projekt 77| Licht im Katzenland …

19. März 2017

Wir sind noch nicht lange in diesem Katzenland, um ehrlich zu sein, wir können es selbst
nicht genau sagen, denn wir wissen es nicht.

Bis zu diesem Zeitpunkt ist dieses Land noch von einem geheimnisvollen grauen Schleier
umgeben, welchen wir nur sehr mühsam und ganz kurz zu durchbrechen vermögen.
Selbst dann ist jener Ort noch ein verschwommenes, mystisches Gebilde,
eine aneinander Reihung von kurzen undeutlichen Eindrücken.

Allerdings sind wir nicht völlig orientierungslos, denn wir hören und riechen ganz gut
und konnten uns so eine ungefähre Vorstellung von diesem Ort verschaffen …

Das Katzenland – ein mysteriöser Ort

Es scheint fast so, als würden sich gewisse Dinge im Verlauf der Zeit
immer wieder wiederholen …

Einerseits sind – neben unseren Geräuschen – viele verschiedene Stimmen und Laute
von unbekannten Wesen zu hören, sowie interessante Gerüche wahrzunehmen.
Es scheint, als würde dies ein Ort sein, an dem es keinen Stillstand gibt.

Andererseits jedoch herrscht in gewissen Zeiträumen wiederum absolute Stille,
in diesen Phasen ist nur der angenehme Duft etwas kühlerer Luft und
das angenehm rhythmische Schnurren sowie die wohlige Wärme unserer Mutter
wahrzunehmen.

Doch, wer sind wir? Was sind wir? Warum sind wir hier?

Fragen über Fragen, auf die es seit Anbeginn unserer Zeit keine Antwort zu geben schien.
Im Gegenteil, mit jedem neuen Eindruck, den wir hören, riechen oder spüren konnten,
kamen neue Fragen hinzu, welche uns niemand beantworten konnte oder wollte.

Warum etwa, lässt uns unsere Mutter in regelmäßigen Abständen hier auf diesem
sandigen Boden ganz ohne Schutz alleine zurück, nur um kurze Zeit später wiederzukommen?

Wir hatten keine Vorstellung und auch keine Antworten, daher konnten wir uns
nur durch die Zeit treiben lassen, um weitere Eindrücke und Fragen zu sammeln.

Zu unserer Ernüchterung jedoch konnten wir lediglich den immer und immer selben Ablauf
verfolgen, welcher nur durch unsere miauenden Klagerufe nach Futter durchbrochen wurde.
Wobei sich selbst diese irgendwann nahtlos in diesen regelmäßigen Ablauf einzufügen schienen …

Es schien eine trostlose Welt zu sein, in welcher wir hier gelandet sind,
ein ewiger Kreislauf von immer gleichen Abläufen, Geräuschen & Gerüchen.
Bis, ja bis sich von einem Moment zum anderen alles veränderte …

Licht im Katzenland

Es schien einer dieser inzwischen wohlbekannten Phasen zu sein,
wir lagen dicht an dicht neben unserer Mutter auf sandig weichen Untergrund.

Gerade noch in jener Phase, in der wir noch ziemlich müde aufwachten und die
kühle Luft unsere Nasen und unser Fell angenehm umgarnte.

Es waren noch keinerlei Geräusche von diesen fremden Wesen zu hören
und es war auch nichts von der üblichen stickig-heißen Luft zu riechen,
welche in diesen stetig lauten Phasen normal zu sein schien.

Dies war jedoch gerade der richtige Moment um unsere Pfoten auszustrecken,
unser Fell zurechtzulegen und um unsere Mahlzeit klagend einzufordern,
denn wir hatten Hunger!

Gerade in diesem Moment, welcher die immer gleiche Abfolge darzustellen schein,
passierte es – zumindest bei mir – ich öffnete meine Augen …

Nach einigen Augenblicken lüftete sich der vormals graue Schleier und ich konnte sehen!
Ich konnte diesen geheimnisvollen Ort plötzlich in all seinen Details und Schattierungen
wahrnehmen …

Ein unglaubliches Gefühl, doch all die Eindrücke überforderten mich sogleich
und so ließ ich mich vorerst wieder auf meine Pfoten fallen.
Dies hinderte mich allerdings nicht daran im Augenwinkel zu erkennen,
dass meine Gefährten – wohl meine Brüder und Schwestern – just im selben Moment
wahrscheinlich ähnliche Erfahrungen durchlebten.

Als ich meinen Kopf staunend auf meine Pfoten ablegte, sah ich,
wie sich direkt neben meiner linken Pfote ein wahrlich riesiges Bündel Fell aufraffte.
Im ersten Moment versuchte ich – voller Angst erfüllt – irgendwie zu fliehen,
doch sogleich vernahm ich ein sehr vertrautes Geräusch, ein leises rhythmisches Schnurren,
welches mich etwas beruhigte und mich einen zweiten Blick riskieren ließ …

Vor mir saß nun ein wahrlich prächtiges Katzentier,
welches mich irgendwie auf liebevolle Art und Weise mit tiefgrünen Augen anblinzelte.
Ich versuchte, kurz oder auch etwas länger, meine Gedanken zu sortieren.
Denn dieses Tier war riesig und groß, im Vergleich dazu waren ich und meine Geschwister
wahrlich winzig und klein, dennoch fiel meine Angst wie von selbst von mir ab.

Ich erkannte plötzlich das diese eindrucksvolle Erscheinung niemand anderes,
als unsere Mutter sein könne.

Etwas zaghaft aber mutig setzte ich eine Pfote in ihre Richtung, woraufhin mein Fell umgehend
von einer gigantischen Nase getroffen wurde, welche mich sofort aus dem Gleichgewicht brachte.
Völlig orientierungslos auf dem noch eher feuchten, sandigem Boden liegend,
rechnete ich bereits mit dem Schlimmsten.

Dieses monströse Tier jedoch zuckte nur etwas amüsiert mit den Schnurrhaaren
und ließ ihren gigantischen Körper neben mir auf den sandigen Untergrund fallen …

Es glich einem Beben und wäre ich getroffen worden, wäre vermutlich nur wenig Fell
übrig geblieben, aber trotzdem stieg dadurch ein sehr interessanter Geruch in meine Nase:
Der vertraute Geruch einer guten, frischen Mahlzeit!

Kaum wahrgenommen war mir plötzlich das ganze Katzenland, dieser unbekannte Ort,
alle Eindrücke, ja selbst meine eigene Ängstlichkeit völlig egal.
Ich versuchte mich einfach nur zur Quelle dieses herrlichen Geruchs durchzuschlagen.

Meine Geschwister mussten diesen wohlbekannten Duft wohl auch vernommen haben,
denn nun versuchten wir alle zu dieser verführerischen, scheinbar endlosen Milchquelle
zu gelangen.

Eine Stärkung war auch dringend nötig, da mittlerweile schon erste Lichtstrahlen diesen
für uns noch so unbekannten Ort einhüllten und es wahrscheinlich nicht mehr lange dauern würde,
bis die ersten Laute & Geräusche dieser unbekannten Wesen die derzeitige Stille durchbrechen.

Eine Welt voller neuer Eindrücke

Frisch gestärkt schafften wir es gerade noch die paar Pfotenschritte zu unseren Plätzen zurück,
um uns rechtzeitig und ohne Störung einen groben Eindruck von unserer näheren Umgebung
machen zu können …

Dieses helle, kreisrunde Ding über uns hatte sich inzwischen stur in jedem
noch so kleinen Winkel dieses Ortes festgesetzt, so konnten wir erste – für uns fremde –
Objekte erspähen.

Das Katzenland enthielt neben uns eine Fülle an Dingen und Objekten,
welche nur darauf zu warten schienen, bis die laute und geruchsvolle Phase
erneut beginnen würde.
Direkt hinter und auch neben uns stapelten sich, ordentlich gebündelt gelbe Halme,
welche auch einen Teil unserer sandig-weichen Liegefläche bildeten.
Soweit unsere Katzenaugen blicken konnten, reihte sich Halm an Halm, Bündel an Bündel,
diese würden wohl unendlich weit reichen …

Auf der anderen Seite jedoch fügten sich einzelne Säcke, fein säuberlich sortiert,
zu ähnlich großen Reihen zusammen.
Vor diesen Sacktürmen standen viele braune Gefäße, deren Inhalt unseren Augen
jedoch verborgen zu bleiben schien.

Jedenfalls schien die andere Seite dieses Ortes viel interessanter zu sein als jene,
auf welcher wir uns befanden.

Verbunden waren diese grundverschiedenen Seiten des Ortes mit einem langen Stück aus
hartem Sand, welcher zugleich die etwas löchrige Decke zu bilden schien.
Es würden zweifellos viele Pfotenschritte nötig sein, um dieses lange Stück überwinden zu können,
mein Interesse jedoch war geweckt …

Der beschwerliche Weg auf die andere Seite

Fast schon blind vor Neugier, nutzte ich einen unbeobachteten Moment, um mich von meinen Geschwistern und auch von unserer Mutter wegzuschleichen.

Ich hatte schon einige Pfotenschritte hinter mir, aber dieser harte Sanduntergrund
war anders als jener, samtig weiche bei unserer Liegefläche.
Jeder einzelne Schritt war beschwerlich, denn ich konnte kaum Halt finden
und meine kleinen Pfoten trugen mich auch noch nicht so weit …

Trotzdem war ich fest entschlossen die andere Seite zu erreichen,
um dort neue interessante Entdeckungen zu machen.
Allerdings wurde ich auch mit jedem Pfotenschritt schwächer und ich spürte,
wie die Kraft aus meinem kleinen Körper entwich, doch dann geschah es!

Eine wahrhaft riesige Gestalt in weißen Stoff gehüllt, kam mit einem dieser braunen Gefäße
und gigantischen Schritten direkt auf mich zu.
Aufgrund meiner Neugier hatte ich komplett ignoriert,
dass die geräuschvolle Zeit schon fast angebrochen war und nun war es auch schon zu spät
für eine Rückkehr.
Ich befand mich fast genau in der Mitte dieses harten Weges und in jede Richtung
wären es mittlerweile zu viele Pfotenschritte gewesen, denn ich hatte keine Kraft mehr
und mir blieben auch nur wenige Augenblicke, bis dieses unbekannte Wesen mich
erreichen würde …

Völlig entkräftet, geschockt und angsterfüllt ergab ich mich meinem Schicksal
und ließ mich auf den harten Untergrund fallen.
Ich sah gerade noch, wie aus diesem braunen Gefäß des Wesens eine durchsichtige Sache
zu fliehen schien, keinen Augenblick später traf es mich auch schon.

Diese Sache war wahnsinnig kalt, nass und benetzte sogleich meinen ganzen Körper.
In dieser Lage war ich nun völlig wehrlos und dem fremden Wesen völlig ausgeliefert,
welches sich nun auch noch direkt über mich beugte ….

Ich begann doch erst dieses Katzenland langsam zu erkunden, doch was würde mich
nun erwarten? […]


Wie im Vorstellungsartikel zum Projekt 77 angekündigt, haben wir nun einen ersten Schritt
in dieses fantastische Katzenland gewagt …

Ob und wie es nun weiter geht, hängt ganz von Euch ab!

Uns gefällt es, auf diese Art Geschichten zu kreieren, zu formen und weiterzuentwickeln.
Euch auch? Wollt Ihr wissen, wie es weitergeht?

Dann seid doch bitte so nett und lasst uns an Euren Gedanken teilhaben!

Wir sind auf Eure Rückmeldungen, welche ihr per Kommentarfunktion (unten) oder auch auf unserer Facebookseite oder via Kontaktformular an uns richten könnt, sehr gespannt und freuen uns darauf!

Euer Egyptian Mau (Katzen-)Blog – Quartett

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