Wie ich zu meinem Katzentrio kam (Teil 2)

10. August 2016

Natürlich gehören zu einem Katzentrio immer drei Katzen, höchste Zeit also
die Reihe „Wie ich zu drei Katzen kam“ auch fortzusetzen.

Wie bereits im ersten Teil der Reihe erwähnt, war der Hauptgrund für eine zweite Katze
eigentlich Cleopatra’s zunehmende Einsamkeit und Lustlosigkeit.

Das reichte für mich mehr als genug um auf die Suche nach einer möglichst aktiven, jungen
Mieze zu gehen.

Katze Nummer 2 – nur woher?

Natürlich führte mich mein erster Weg ins örtliche Tierheim …

Allerdings war dieser Weg nicht unbedingt von Erfolg gekrönt, da ich zwar unendlich viele
niedliche Katzen vorfand, diese allerdings nur jeweils zu zweit vermittelt werden sollten.
Zu diesem Zeitpunkt waren drei Katzen für mich allerdings nur etwas für leicht verrückte Menschen. *hust*

Alle möglichen Einzelkatzen waren leider eindeutig älter, diese wären höchstwahrscheinlich mit Cleopatra
überfordert gewesen.

Anmerkung:
Zudem wird eine Zusammenführung durch den Altersunterschied auch schwieriger.  

Das war für mich natürlich erst mal ein Rückschlag, allerdings auch die Bestätigung,
dass eine Einzelhaltung für Katzen unzumutbar ist.

Höchste Zeit also weiter zu suchen, um die „Einzelhaft“ zu beenden und ein tolles Team zu bilden.

In den folgenden Tagen und Wochen durchforstete ich das Internet, um einer armen Katze
ein schönes Zuhause schenken zu dürfen.
Ich wollte einfach keine zweite Rassekatze mehr, da es genug Fellnasen gibt, welche einen schweren Start
ins Leben haben und gerade deswegen auch ein schönes Zuhause verdient haben.

Ein ägyptischer Tiger für das künftige Katzentrio?

Durch den laufenden Kontakt mit einer Kittenbesitzerin aus Cleopatra’s Wurf wurde ich bereits vor der Suche
auf ein privates ägyptisches Tierheim in Hurghada, Ägypten aufmerksam.

Wie das allerdings heutzutage so ist, man gibt der Facebookseite mal ein „Like“ und wartet, was kommt.

Was soll ich großartig schreiben, irgendwann kam dieses Foto …

Katzentrio-Egyptian-Mau-Katzenblog

Ich war spontan verliebt und musste diesen Kater „Manet“ unbedingt haben.
Nach näherer Abstimmung schien „Manet“ auch charakterlich perfekt zu uns zu passen.

Es gab nur ein Problem, der kleine Manet wurde wohl angefahren und sein Beinchen war verletzt.
Näheres konnte man mir nicht sagen und zudem konnte die Verletzung vor Ort in Ägypten
auch nicht behandelt werden.

Nach einer längeren Überlegungsphase willigte ich schließlich trotzdem ein, um Manet aufzunehmen.

Dank wahnsinnig engagierten Menschen wurde Manet von Ägypten in die Schweiz geflogen,
um dort entsprechend behandelt und versorgt zu werden.

Ungefähr nach drei Monaten Wartezeit konnten wir „Katze Nummer 2“ endlich in München abholen.

Einzug & Zusammenführung

Der gemeinsame Anfang war aufgrund der frischen Operationsnarbe von Manet ziemlich schwierig,
da er sich eigentlich nicht viel bewegen sollte.

Katze und nicht viel bewegen?
Vergesst es gleich mal wieder! :-)

Trotzdem lebte er sich rasch relativ gut ein und auch Cleopatra hatte eine neue Aufgabe:
„Wie verteidige ich nur meinen ganz eigenen Menschen?!“

Zwei kleine Katzen fauchten und knurrten von nun an plötzlich, was das Zeug hielt.

Die Situation bei einer Zusammenführung ist wohl grundsätzlich für uns Menschen
immer etwas eigenartig.

Man sieht, wie plötzlich die Schmusekatze zur Kampfkatze mutiert.
Selbst dann, wenn der/die neue MitbewohnerIn gar nicht unmittelbar im Raum ist.

Manet wollte sich größtenteils doch nur einmal in der Wohnung umsehen und schon ging’s ab.

Allerdings hatte Manet relativ schnell keine Lust mehr, immer zu flüchten.
Ab diesem Zeitpunkt gab es dann auch schon mal den ein oder anderen Pfotenhieb auf die Nase …

Katzentrio-Egyptian-Mau-Katzenblog

Cleopatra „petzte“ sämtliche Vorkommnisse natürlich auch immer sofort, so ein „Strich“ auf der Nase
ist ja auch ganz schlimm. :-)

Irgendwann aber legte sich diese angespannte Stimmung ganz plötzlich und die Miezen freundeten sich an,
von nun an wurde gekuschelt und gespielt.

Kurzum: Eine zweite Katze zu holen war ein voller Erfolg und auch wahnsinnig wichtig!

Mehr zum Thema Einzug & Zusammenführung findet Ihr in diversen Beiträgen
in unserem kleinen aber feinen Katzenblog.

Ein persönlicher Besuch in Hurghada

Von einer gewissen Neugier angetrieben, nutzte ich im Folgejahr die Gelegenheit und
besuchte dieses private Tierheim in Ägypten auch mal persönlich.

Ich bin ein Fan davon, zu wissen, wo etwas herkommt.
Folglich war nebst ein wenig Erholung im Urlaub, ein persönlicher Besuch quasi Pflicht.

Was soll ich dazu sagen?
Die Situation vor Ort war anders.

Man befindet sich plötzlich quasi mitten in der Wüste zwischen Hunden, Katzen, Eseln, etc.
bei gefühlten 50 Grad im Schatten und ist etwas erschlagen.

Egyptian-Mau-Katzenblog-Katzentrio_F2Aus unserer (europäischen) Sicht wirkten die Verhältnisse etwas bedrückend, ganz klar.
Allerdings war und ist es trotzdem beeindruckend, was ein privates Ehepaar dort geschaffen hat …

Das Gelände dort ist riesig, dennoch war alles sehr gepflegt und sauber.

Auf jeden Fall war die Besichtigung eine Erfahrung für sich, auch wenn ich das in diesem Moment
gar nicht so recht in Wort fassen konnte.

Es ist schon eigenartig, wenn man das sichere 5 Sterne Resort verlässt und dann plötzlich
eine ganz andere Seite kennenlernt.
Ehrlich gesagt kam ich mir vor, als würde ich einen Zoo besichtigen.

Klingt natürlich ziemlich blöd, aber durch die enorme Hitze, die ganze Umgebung etc.,
nimmt man die Dinge im ersten Moment eben ganz anders war.

Manchmal stimmt es eben aber auch, dass ein Bild mehr sagen kann als 1000 Worte …

Katzentrio-Egyptian-Mau-KatzenblogDas ist das Gelände des Tierheims und die Umgebung, es ist gleichzeitig schlimm aber auch wunderschön.

Es würde hier eine kleine Oase mitten in der Wüste für arme und verletzte Tiere geschaffen,
diese Leistung und dieses Engagement insbesondere in dieser Umgebung muss einfach gewürdigt werden.

In diesem Beitrag habe ich bereits ausführlich über das Tierheim berichtet.

Auslandsadoption vs. Tierheim

Ein kontrovers diskutiertes Thema.
Ich habe schon etliche Kommentare und Mails zu dieser Thematik erhalten.

Eigentlich finde ich es nicht wichtig, denn alle Tiere haben ein wunderschönes Zuhause verdient.
Woher die Tiere nun ursprünglich kommen, sollte eigentlich keine Rolle spielen.

Eine angebliche Mehrbelastung der Umwelt kann ich auch weniger nachvollziehen,
die Tiere werden in ganz normalen Linienflugzeugen transportiert, diese fliegen primär wegen uns Menschen.

Selbstverständlich ist es Stress für die Tiere, dies relativiert wohl allerdings, wenn man ein Zuhause auf Lebenszeit
in Aussicht hat, inklusive einer guten gesundheitlichen Versorgung.

Am Ende muss jeder diese Frage für sich selbst klären, ich finde jedenfalls nichts Verwerfliches daran,
wenn man ein Tier aus dem Ausland zu adoptiert.

Im nächsten Teil dieser Beitragsreihe erzählen wir Euch,
wie wir zu unserem bengalischen Clown Matt kamen!


Ich hoffe, der Beitrag konnte Euch einen kleinen Einblick in Manet’s Geschichte gewähren
und war auch ein wenig informativ.

Hängt Euch am Besten an unsere Pfoten, damit Ihr den dritten Teil dieser Reihe
und alle weiteren Beiträge nicht verpasst!

Was haltet Ihr von Tieradoptionen aus dem Ausland?
Teilt uns Eure Meinung mit!

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Liebe Grüße und Schnurrer

Felix, Cleopatra, Manet & Matt

4 Kommentare

  1. Hi Felix,
    da ist er ja, der zweite Teil! Ich kann gut verstehen, dass es bei diesem Foto gleich um dich geschehen war – Manet ist ein wahnsinnig hübscher Kerl! Die Zusammenführung war sicher ein kleines Abenteuer, aber die beiden haben sich ja prima zusammengerauft. So toll zu lesen!
    Ich finde, es ist überhaupt nichts dagegen zu sagen, wenn ein Tier aus dem Ausland einreist, weil sein endgültiges Zuhause schon feststeht und der neue Besitzer sehnsüchtig auf es wartet. Generell kann ich bei den bescheidenen Zuständen in vielen Ländern in puncto Tierschutz auch verstehen, warum viele Tiere von dort „importiert“ werden – müsste ich mir das tagtäglich anschauen, ich würde sie ja auch alle retten wollen. Ich find’s trotzdem gut, dass du erst mal einen Blick ins örtliche Tierheim geworfen hast, aber wenn kein passender Spielgefährte für Cleopatra da war und es bei Manet nun Liebe auf den ersten Blick war? Wer soll denn da etwas gegen sagen? Hauptsache, Cleopatra, Manet und du sind happy miteinander. :)
    Und jetzt bin ich auf Matts Geschichte gespannt!
    Liebe Grüße
    Laura + Fellgiganten

    • Naja, solch ein Import ist doch wohl eher ungewöhnlich.
      Aber du hast recht, ich möchte nicht mit einem Tierheim in diversen Ländern tauschen wollen.
      Dort wird versehentlich mehr Arbeit (beginnt schon bei Aufklärung) geleistet als bei uns und das unter sehr schwierigen Verhältnissen.
      Leider vermittelt unser lokales Tierheim generell wohl nur an „Luxusplätze“.
      Das ist natürlich in Ordnung aber wir haben in unseren Bekanntenkreis sehr viele Tiere und keiner konnte die wahnsinnig strengen Anforderungen erfüllen,
      diese Vorgehensweise war für uns dann doch eher befremdlich.
      Wir sind der Meinung kein Tier sollte in irgendeinem Tierheim festhängen …
      Wenn bei normalen Wohnverhältnissen dann alles und jedes bemängelt wird, ist dies schon eher eigenartig.
      Grundsätzlich unterstützen wir seitdem auch ausgewählte Auslandsorganisationen, aber selbst importieren würde ich nur noch im Extremfall.
      Es ist natürlich ein enormer Stress für das Tier, auch wenn der Nutzen natürlich größer ist.
      Ach, Matt – mein Seelenkater – seine Geschichte kommt bald – freut mich das du dich schon darauf freust.
      Liebe Grüße
      Cleo, Manet & Matt samt Herrchen

      • Klar, dein Manet hat eine ganz schöne Reise mitgemacht! Aber so wie’s ausschaut hat er das gut weggesteckt und jetzt geht’s ihm gut bei dir – ich finde, das ist die Hauptsache. Wer weiß, wo er sonst gelandet wäre?
        Wie gesagt, wenn Tiere geholt werden, wo der neue Platz schon fest ist, ist das für mich auch etwas anderes, als wenn Tiere, häufig noch kranke oder behinderte, in den so schon vollen Tierheimen hier landen und dort wegen schlechter Vermittlungschancen auch ewig bleiben… Ich kann gut verstehen, dass man handeln und helfen will, wenn man dort vor Ort ist, insbesondere, wenn es heißt, „entweder ihr nehmt sie mit oder wir töten sie“. Aber hierzulande sind eben auch schon genug Tiere vor die Tür gesetzt worden, die gern wieder einen Sofaplatz hätten – die darf man auch nicht völlig außer Acht lassen.
        Das mit den „Luxusplätzen“ habe ich bei uns leider auch feststellen müssen – da hält sich mein Verständnis auch in Grenzen. Ich kenne mehrere Leute (häufig Rentner mit haufenweise Zeit), denen man aus diversen Tierheimen kein Tier vermitteln wollte – da war dann kein eigener Garten für den Hund da oder die Wohnungskatzen hätten keinen Balkon zur Verfügung gehabt… Da sollten die Tierchen dann doch lieber im Tierheim verbleiben. Was soll man da noch sagen? Einen Gefallen tun sie den Tieren in meinen Augen so sicher nicht, aber es ist ja deren Entscheidung.
        Liebe Grüße und einen guten Wochenstart!
        Laura + Fellgiganten

        • Ich kann dir nur zustimmen.
          Das mit deinem Zitat: „entweder ihr nehmt sie mit oder wir töten sie“ war bei uns definitiv nicht der Fall,
          aber man liest und hört ja Dinge von daher hast du Recht – ist eben immer eine schwierige Situation.
          Ich wünsche dir auch eine schöne Woche!
          LG Felix

Schnurr uns was ....