Warum die Religion Tiere so liebt …

23. September 2016

Die Überschrift ist ja mal eine Ansage, aber was genau hat Religion mit Tieren zu tun?
Im religiösen Sinne wohl relativ wenig aber sehen wir uns die Sache doch genauer an …

Religion & Tiere

In beinahe jeder Religionsrichtung gibt es – nennen wir sie einmal Hinweise –
gewisse Dinge zu tun oder nicht zu tun.
Sei es gewisse Dinge zu essen oder eben nicht zu essen,
sei es gewisse Lebewesen zu schützen oder gar zu verehren.

Viele dieser Hinweise stehen in direkten oder indirekten Bezug zu Tieren.
Beispielsweise solle man kein Schweinefleisch essen oder gewisse Tierarten
mit höchstem Respekt entgegentreten aus diversen Gründen.

Das ist auch alles in Ordnung, und wenn man möchte,
soll man diese Hinweise gerne befolgen.

Die Grenze ist für mich allerdings dann erreicht, wenn eine Religion
direkt oder indirekt mit seiner Tierliebe oder seinen „Vorzügen“ wirbt.

Warum ich diesen Artikel schreibe

Ich entdeckte kürzlich in meiner Facebook-Timeline einen geteilten Link
einer guten Freundin, der mein Interesse allein schon wegen der Überschrift weckte:
„Katzen im Islam: 7 Beweise die zeigen, dass der Islam Katzen liebt!“,
als Unterüberschrift fast noch aggressiver „Warum der Islam Katzen so liebt!“

Ich wusste aus welchen Gründen und mit welcher (guten) Absicht,
die Person den Artikel geteilt hat und las ihn …

Beim ersten Mal dachte ich mir:
„Ok, eigentlich ganz informativ.“

Nach erneutem Lesen kam mir der Gedanke:
„Eigentlich ziemlich dreist das Thema so darzustellen,
es müsste selbstverständlich sein, Tiere zu lieben
oder selbige zumindest gut zu behandeln.“

Nach dem dritten Mal dache ich:
„Es ist nicht ok, solch einen Artikel zu schreiben und damit eine Weltreligion
entweder positiv oder negativ hervorzuheben.“

Im Artikel wurde natürlich keine Position bezogen,
daher hat/hatte man viel Interpretationsspielraum.

Der Inhalt des Artikels (Kurzfassung)

Der Artikel selbst handelte vom Propheten Mohammed
und seiner Beziehung zu Katzen, unterlegt mit Beispielen.

Es wurde resümiert, der Islam sei daher zwar nicht unbedingt
eine hundefreundliche dafür aber eine katzenfreundliche Religion.

Ich werde am Ende dieses Beitrages den Artikel verlinken,
damit sich jeder von Euch individuell seine Gedanken machen kann.

Meine Gedanken zu diesem Artikel

Der Artikel ging mir länger durch den Kopf und ich habe lange darüber nachgedacht,
daher habe ich mich auch entschlossen – diesen etwas schwierigen Beitrag – zu schreiben.

In Wahrheit geht es hier nicht um den Islam,
sondern eigentlich um alle Religionsrichtungen.

Klar, der islamische Glaube steht derzeit nicht gerade hoch im Kurs,
um es einmal so auszudrücken …
Würde ich allerdings gegen eine bestimmte Glaubensrichtung schreiben wollen,
hätte ich eine andere – für die Leserzahlen wahrscheinlich auch bessere – Überschrift
wählen können.

Aber ist es nicht auch so, dass es bei fast jeder Religionsrichtung
„schwarze Punkte“ in der Geschichte gibt?

Gab es nicht auch schon Kreuzzüge oder Hexenverbrennungen?
Warum steht auf fast jedem Berggipfel dieses Planeten ausgerechnet ein Kreuz?
Gibt es überhaupt eine „gute“ oder eine „böse“ Religion?

Nun aber zurück zum Thema …

Darf man überhaupt die Aussage in den Raum werfen,
jemand oder etwas wäre besser oder auch nicht.

Wieso noch mal dürfen konkret Hunde „links liegen“ gelassen werden
aber man ist wenigstens katzenfreundlich?

Ist überhaupt irgendeine Religion tierlieb?

Immerhin gibt es weltweit unzählige arme Tiere,
welche von Menschen – unabhängig der Glaubensrichtung –
ignoriert, im Stich gelassen oder im schlimmsten Fall sogar misshandelt
oder ganz ausgeblendet werden.

Natürlich gibt es auf der anderen Seite auch Tierschutzorganisationen,
welche gewissen Glaubensrichtungen nahe stehen oder von selbigen
betrieben oder gefördert werden – keine Frage.

Religion-Egyptian-Mau-Katzenblog_f2

Quelle: Pixabay

Aber sollte es nicht selbstverständlich sein, sich für den Tierschutz, für unsere Ressourcen
und auch für die interkulturelle (-religiöse) Verständigung einzusetzen?

Muss man, wenn man es macht, extra dafür werben oder dies hervorheben?

Ich glaube nicht.

Daher glaube ich auch, dass keine Glaubensrichtung per se tierlieb ist
und folglich schon gar nicht das Recht hat, sich entsprechend zu verkaufen.

Persönliches Statement

Bevor nun ein Shitstorm ausbricht, nutze ich ausnahmsweise die Gelegenheit
mich innerhalb eines Artikels näher persönlich zu äußern.

Ich bin zwar katholisch aufgewachsen, jedoch seit meiner Volljährigkeit
aus freien Stücken und aus Überzeugung konfessionslos.

Nein, ich habe weder eine Bibel noch einen Koran oder die Verse des Buddha
vollständig gelesen (wobei Letzteres ziemlich unmöglich ist).
Dennoch bin ich der Ansicht, man kann und sollte sich aus jeder Religionsrichtung
das Beste für sich herausziehen und sich entsprechend entwickeln.

Ich glaube, keine einzelne Richtung hat für sich das Recht,
sich über andere zu stellen und „Macht“ für sich zu beanspruchen.

Man sollte für sich entscheiden, welche Inhalte und Werte
man vertreten kann oder will und sich danach richten.

Vermutlich komme ich für diesen Absatz in die Hölle,
die Unterwelt oder wer weiß schon wohin …

Na und?
Vielleicht ist es ja dort ganz in Ordnung, eventuell blogge ich
dann immer noch von diesem Ort aus und vermisse nichts?!
Wer weiß das schon, dies werde ich beurteilen, wenn ich es sehe.

Bis dahin finde ich es immer noch beeindruckender,
wenn jemand seinen persönlichen Frieden mit sich geschlossen hat
und daraus mit positiver Energie agieren kann.

Hierzu braucht man kein „Vorbild“, welches einem Hinweise und
Verhaltensregeln mit auf dem Weg gibt, denn diesen Weg muss jeder für sich
gehen und Erfahrungen selbst sammeln.

„Erkenne dich selbst.“

Allerdings kann man sich auf diesem Weg auch treffen,
sich austauschen und eventuell ergänzen.

Dieser gegenseitige Austausch sowie diese Ergänzung scheint mir
im jetzigen Zeitabschnitt etwas abhandengekommen zu sein.

Nebeninfo

Ich arbeite hauptberuflich im Weiterbildungsbereich
und habe unter anderem mit Menschen sämtlicher
Religionsrichtungen zu tun.
Es gibt in jeder dieser Religionsrichtungen sehr positive
und sehr negative Beispiele für irgendetwas.

Nur weil etwas „anders“ ist, muss es nicht gleich schlecht sein.

Allerdings finde ich solche Hervorhebungen wie im erwähnten Artikel
– persönlich – ziemlich kontraproduktiv.
Dabei spielt es auch keine Rolle, ob diese von einer Religionsrichtung
selbst verbreitet werden oder mitunter von Medien künstlich
„ausgeschlachtet“ werden.

Link zum Originalartikel

Um Euch eine persönliche Meinung zum Beitrag zu ermöglichen,
verlinke ich hier den oben thematisierten Artikel.


Auch wenn dieser Artikel vielleicht etwas am grundsätzlichen Katzenthema
vorbei geht, würde uns Eure Meinung hierzu sehr interessieren.

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Liebe Grüße und auch Schnurrer

FelixCleopatraManet & Matt

Bildnachweise:
Titelbild: Eigenbearbeitung, Egyptian Mau Katzenblog
Artikelbild: Pixabay.com (CCo Lizenz, Abruf vom 22.09.2016)

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