Nur einen Katzensprung entfernt?

6. September 2016

„Etwas ist nur einen Katzensprung entfernt …“

Oft hört man diese menschliche Redewendung,
die eine eher geringe Distanz bezeichnet,
welche üblicherweise schnell überwunden werden kann.

Aber ist ein Katzensprung wirklich eine so geringe Distanz?

Der Katzensprung – ein paar Zahlen

Sprunghöhe:

Eine gesunde Katze mit relativer Fitness kann
aus dem Stand etwa bis zu fünfmal so hoch springen,
wie ihr Körper an Länge misst.

Hierzu ein kleines Rechenbeispiel:

Matt ist ohne Schwanz ca. 44 cm lang, daher kommt er
mit Schwanz locker auf eine Länge von etwa 50 cm.

5 x 50 cm ergäbe also eine maximale Sprunghöhe
von etwa 2,50 m und das aus dem Stand.
Beeindruckend, oder?

Im verlinkten Video ist die enorme Sprungkraft sehr gut zu erkennen,
allerdings ist eventuell die Musikauswahl etwas „speziell“.
Im Büro oder dergleichen würde ich Euch empfehlen, den Ton kurz auszumachen … :-)

Persönlich würde ich meine Katzen nicht zu solchen Sprüngen trainieren,
da dies auf Dauer sicherlich die Gelenke beansprucht.
Allerdings erstrecken sich diese Aufnahmen auch über
einen längeren Zeitraum und wurden nur zusammengefasst.

Daher ist es für mich gerade noch in Ordnung,
auch wenn es sicherlich kein natürliches Verhalten widerspiegelt.

Sprungweite:

Die Formel für die Sprunghöhe kann man
in etwa auch für die Sprungweite anwenden,
wobei hier gegebenenfalls noch die Laufgeschwindigkeit
einzurechnen ist.

Auch hierzu ein kleines Beispiel:

Die Ägyptische Mau ist eine, wenn nicht die schnellste domestizierte
Katzenrasse der Welt.
Geschwindigkeiten bis zu 50 km/h können locker erreicht
und auch eine gewisse Zeit gehalten werden.

Wenn Cleo mit Anlauf gerade auf den Kratzbaum zuspringt (Laufdistanz etwa 8 m),
ist es ihr problemlos möglich direkt auf die oberste Ebene (etwa 2 m hoch)
zu springen.

Die Sprungweite ist bei Wohnungskatzen schwer zu beurteilen,
aber sie kommt mit Anlauf definitiv auf 4-5 m (quer durch das Wohnzimmer).

Wer ist nun immer noch der Meinung,
ein Katzensprung ist eine eher geringe Distanz?

Ich finde es jedes Mal wieder erstaunlich,
wenn ich meine Katzen dabei beobachten kann.

Wie sind solche Werte überhaupt möglich?

Nun hier ist ein kleiner Ausflug in das Thema
der Anatomie der Katze notwendig.

Katzen haben im Gegensatz zu uns Menschen abgewinkelte Hinterbeine,
deren Muskeln direkt mit dem Becken der Katze verbunden sind.
Zusätzlich sind die Hinterbeine länger als die Vorderbeine,
dies ermöglicht einerseits eine schnellere Beschleunigung
und andererseits eine höhere Sprungkraft.

Will eine Katze nun springen, „faltet“ sie quasi Ihre Hinterbeine
und streckt so die Muskeln an deren Knie- und Fußgelenken.

Katzensprung-Egyptian-Mau-Katzenblog_F2

Absprung einer Katze (Pixabay / CC0 Lizenz)

Beim Absprung wird die so erzeugte Energie schlagartig
freigesetzt und die Katze kann sich mit enormer Geschwindigkeit
und Wucht an ihr Ziel katapultieren.

Im Prinzip funktioniert diese Technik ähnlich
wie ein Gummiband oder eine Steinschleuder.
Energie wird erzeugt, kurz gespeichert und mit einem Schlag
wuchtig wieder freigesetzt.

Sinn und Nutzen dieser Fähigkeit

Sowohl der Sinn als auch der Nutzen dieser enormen Sprungkraft
liegt ganz klar im Jagdverhalten der Katze begründet.

– es ist entweder erforderlich sich still und leise anzuschleichen,
um sich dann mit einem gewaltigen Satz auf die Beute zu stürzen.

oder

– man springt die Beute direkt im Laufduell an,
um eine eventuelle Flucht zu verhindern.

Beide Varianten benötigen allerdings noch eine weitere Fähigkeit,
welche Katzen fast schon zu perfekt beherrschen …

Einschätzungsvermögen und Zielsicherheit im Sprung

Die enorme Sprungkraft an sich wäre wohl sinnlos ohne Zielsicherheit
und Genauigkeit während des Katzensprunges.

Bedingt durch ihr Skelett sind Katzen flexibler
und gelenkiger als wir Menschen.
Die etwa 240 Knochen einer Katze (im Vergleich: Menschen haben 208-212)
sind nicht so fest verankert wie beim Menschen.
Beispielsweise sind die Rückenwirbel der Katze so beweglich und biegsam,
dass die Katze sich leicht zu einem „U“ verformen kann.

Diese Eigenschaft erlaubt der Katze eine enorme Flexibilität,
mit der sie im Sprung (oder im Fall) ihre Körperhaltung noch
anpassen kann, um punktgenau im Zielbereich zu landen.

Der Katzenschwanz hilft zusätzlich um die Sprungrichtung
zu kontrollieren, oder gegebenenfalls anzupassen.
Alle anderen Sinne helfen der Katze dabei,
während eines Sprunges das Gleichgewicht zu bewahren.

Katzensprung – der Ablauf

Im Allgemeinen ist der Ablauf eines Katzensprunges
relativ gut zu beobachten.

Zuerst wird das Gewicht verteilt und die Sprungposition eingenommen,
währenddessen wird die Entfernung zum Zielbereich eingeschätzt.
Sobald das Ziel anvisiert ist, wird abgesprungen und wenn nötig
während des Sprunges noch kurz korrigiert.

Dieser Ablauf ist gerade bei für die Katze schwierigen Sprüngen
oder in einem unbekannten Umfeld sehr gut zu beobachten.

Springen Katzen immer punktgenau ans Ziel?

Ich würde sagen: ja und nein.
Die Zielsicherheit, die Eleganz und die Geräuschlosigkeit
beim Sprung sind absolut faszinierend.

Wenn man nicht gerade einen 6 kg schweren Bengalkater
sein Eigen nennt (oder es zumindest glaubt),
merkt man die Annäherungen per Sprung teilweise gar nicht.

Es ist mir mehr als einmal passiert, dass ich eine Katze
ziemlich grob von der Couch vertrieben habe.
Ich habe schlicht und einfach gar nicht gemerkt,
wie selbige überhaupt auf die Couch kam …

Aber natürlich gibt es auch manch lustige Situationen.
Allerdings hat dies meist damit zu tun, dass die Katzen den Untergrund
des Absprung- oder Zielbereiches falsch oder gar nicht einschätzen können.

Beispielsweise ist mein Schreibtisch teilweise wirklich vollgeräumt
mit Notizen, Blogideen und ähnlichem Kram.

Matt findet das meist nicht so cool.
Er segelt dann regelmäßig mit einem Schreibblock
oder Ähnlichem als Untersatz, sehr unbeholfen über die Tischkante.

Aber nein, nicht doch, es ist gar nicht lustig … :-D

Grundsätzlich aber erreichen Katzen eigentlich
immer ihr gewünschtes Sprungziel.

Ausnahmen bestätigen eben die Regel!

Falscher Landeplatz

Manchmal allerdings haben auch die Katzen wirklich Pech
und der Landeplatz stellt sich einfach quer.

Wir haben unter anderem eine Stehlampe
eines bekannten schwedischen Herstellers, welche
regelmäßig eine echte Katzenallergie hat und selbige einfach abwirft.

Nicht gerade beliebt war auch schon ein gewisses Objekt
namens Badewanne als Sprungziel.
Selbiges wurde seitdem allerdings nie wieder einfach angesprungen. :-D


Wir hoffen der Artikel war interessant und informativ
für Euch und Ihr denkt daran, wenn es das nächste Mal heißt:
„Etwas sei nur einen Katzensprung entfernt.“

Welche lustigen Geschichten rund um
geglückte oder auch misslungene Katzensprünge habt Ihr auf Lager?
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Liebe Grüße und Schnurrer

FelixCleopatraManet & Matt

 

Bildnachweis für Bild im Artikel:
Pixabay mit CC0-Lizenz (Abruf vom 05.09.2016)

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