Ein eigenes Zuhause für die Blue Moon – Mau!

27. August 2013

Salam aleikum,

Uups, ich soll ja hier in Eurer Sprache schreiben – Entschuldigung.

Na dann, hallo Ihr Zweibeiner!

Ich bin der Neue hier, so neu bin ich zwar gar nicht mehr,
aber als original ägyptischer Wüstentiger brauchte ich zuerst mal ein Jahr lang
ausführlich Nachhilfe in Eurer Sprache und in Eurer Schrift, damit ich hier pföteln kann.

Ich war fleißig und habe brav gelernt, nun muss ich aber von ganz vorne beginnen,
denn Ihr wollt sicher alles wissen.

Also dann los geht’s …

Ich kam im November 2011 als arme Straßenkatze in Hurghada, Ägypten zur Welt.
Mein Futter und mein Wasser musste ich mir Tag für Tag mühsam suchen …
Doch ich hatte Glück und wurde vom Team des Blue Moon Animal Centers,
über das mein Mitbewohner hier bereits früher schon einen Artikel geschrieben hat,
gefunden und aufgenommen.

Blue Moon Post 31_Foto 1

In dieser Oase mitten in der Wüste durfte ich ab sofort leben ….

Plötzlich bekam ich regelmäßig Futter und Wasser,
man kümmerte sich um mich und ich bekam den Namen “Manet”.
Aber ich hatte auch noch eine Verletzung an meinem Hinterbeinchen
und humpelte daher etwas durch die Gegend.

Trotz allem, haben mir alle dort versprochen, einen ganz eigenen Menschen für mich – und nur für mich – zu finden. Damit ich hier nicht alles bis ins Detail beschreiben muss,
hab ich Überstunden gemacht und Euch hier schon alles ganz genau hingeschrieben.

Man versuchte wirklich alles um einen lieben Menschen für mich zu finden, aber es dauerte eine Zeit lang,
bis mich irgendwann mein jetziger Mitbewohner auf Facebook entdeckt hat.
Er wollte mich unbedingt haben und ich sollte so schnell als möglich bei ihm einziehen.
Leider wohnte er total weit weg und mein verletztes Beinchen sollte auch noch operiert werden,
damit ich nicht mehr rumhumpeln muss.

So kam es, dass ich zuerst von Ägypten auf “Ferien” zu einer sehr netten Pflegefamilie
in die Schweiz geflogen bin.
Dort stellte sich erst mal mein Fell auf, ich verstand gar nichts, sogar die Miezen dort miauten anders!
Allerdings waren alle nett und mein Beinchen wurde endlich operiert.
Die Operation hat total weh getan, trotzdem war ich glücklich, denn ich konnte jetzt ohne zu humpeln rumschleichen.

Natürlich musste ich mich danach noch etwas erholen, doch fragte ich mich
wann ich endlich zu meinem eigenen Menschen umziehen darf,
nachdem ich schon sooo weit in die Schweiz geflogen bin und da noch dazu niemanden verstand.
Meine Pflegefamilie bemühte sich nach Kräften um mich abzulenken, aber ich war doch schon so gespannt auf meinen Menschen …

Nach ungefähr einer Woche rätseln war’s dann endlich soweit und ich durfte – schon wieder –
in meine Transportkiste hüpfen.
Wir fuhren total lange mit dem Auto und ich wusste noch nicht mal wohin,
aber meine Vorfreude war größer als die Anstrengung der langen Fahrt.

Nach etlichen Stunden blieben wir endlich mal stehen – auf einem Parkplatz in München –
und da kam er auch schon, mein Mensch samt Familie. Juhu!
Leider konnte ich mir meinen Menschen gar nicht so genau ansehen, denn ich wurde – mit meiner Kiste – in ein anderes Auto gesetzt, damit ich schnell in mein eigenes Zuhause komme.

Mir bleib gerade noch genug Zeit, um meiner Pflegefamilie “shukran” (Danke!) zuzumauen.

Im neuen Auto verstand ich die Zweibeiner und meinen eigenen Menschen schon wieder nicht,
anscheinend würde ich deren Sprache lernen müssen … naja es gibt Schlimmeres. Blue Moon Post 31_Foto 2

Außerdem ging mir das zu dieser Zeit ziemlich an der Pfote vorbei,
mittlerweile wollte ich nur noch aus meiner Kiste raus!
Ich war doch schon lange unterwegs und ich war total hungrig.

Gott sei Dank, dauerte die Fahrt dann doch nicht so lange
und ich wurde aus dem Auto in eine Wohnung gebracht …
Ist das etwas mein neues Zuhause?

Blue Moon Post 31_Foto 3
Jedenfalls machte mein neuer – eigener – Mensch endlich die Tür
meiner Transportkiste auf und ich durfte raus!
Bei dieser Gelegenheit konnte ich mir meinen Menschen zum ersten Mal genau ansehen, natürlich versuchte ich gleich einen möglichst guten Eindruck zu machen.

 

 

Gleichzeitig sah ich allerdings, dass das gar nicht mein ganz eigener Mensch war,
offensichtlich wohnte hier schon eine Fellnasenkollegin.
Ganz hübsch und jung sieht Sie ja aus, aber die guckte mich ganz ganz böse an und miaute total undeutlich.
Mit viel Mühe verstand ich, dass Sie Cleopatra heißt, dann stürmte Sie schon auf mich los …

Hilfe!!
Booah, die ist ja voll unfreundlich, ich hab’ Angst …Blue Moon Post 31_Foto 4

Dennoch war ich voll hungrig und fand auch schnell etwas Futter, da musste ich mich einfach bedienen,
immerhin hatte ich den ganzen langen und anstrengenden Tag noch nichts gegessen!
Unter den bösen Blicken meiner neuen Kollegin kostete ich schnell
und flüchtete dann gleich wieder zu meinem neuen Menschen …

 

 

Der nahm mich hoch und brachte mich gleich in ein anderes Zimmer, da waren keine Miezen drin’.
Hier guckte keiner böse und die Tür machte mein Mensch sicherheitshalber auch gleich zu.
Uch, ich musste kurz verschnaufen, ob diese “Cleopatra” nochmal meine Freundin wird?

Mein Mensch war mir jetzt jedenfalls gleich viel sympathischer, der hat mir geholfen und mich beschützt …
So was kannte ich in Ägypten nur vom Blue Moon – denn vorher musste ich mir immer selbst helfen.
Mein Mensch musste also ein netter Geselle sein, ich glaub der wird mein Freund!

Doch ich hatte eigentlich überhaupt keine Zeit für solche Gedanken,
denn das neue Zimmer war schon wieder so interessant.
Hier war alles ganz sauber und es schaute voll kuschelig aus, dass musste ich mir näher ansehen …

Blue Moon Post 31_Foto 5

 

 

Mitten im Zimmer stand ein ganz großer rechteckiger Kasten
mit einer ganz weichen Decke drauf.
So etwas habe ich noch nie gesehen, wofür das wohl gut ist?

 

 

Gefährlich dürfte das Ding aber nicht sein, mein Mensch setzte sich drauf,
lächelte mich an und sagte irgendwas – leider verstand ich ihn noch immer nicht.

Ich sprang trotzdem schnell auf diesen “Kasten” drauf und legte mich zu ihm, Blue Moon Post-31_Foto-6_thumb.jpg
weil er vorhin so nett war und mich beschützt hat …
Außerdem wusste ich noch aus dem Blue Moon das Euch Zweibeinern das immer gefällt.
Er massierte auch gleich meinen Rücken, genau das Richtige nach meiner langen Reise!

Während der Massage genoss ich einfach meine neue(n) Aussicht(en) …
Mein eigenes Tellerchen mit Futter drin’, mein eigenes frisches Wasser,
mein eigenes Kuschelsofa.
Dieses Zimmer war toll, ob das hier jetzt überall und immer so ist?
Das wäre ja total super!

Blue Moon Post 31_Foto 7

 

Ich war allerdings schon so müde, dass ich mich vorerst mit der Erkundigung dieses “Kastens” zufrieden gab.
Diese große Decke war ja so weich und kuschelig, mit dieser Decke
wird sicher auch meine große Operationsnarbe gleich wieder gut – ich find’ das ganz toll.

 

 

 

Blue Moon Post 31_Foto 8

    Und diese zwei kleineren Dinger am oberen Ende des Kastens erst … einfach herrlich!

Jetzt war ich aber so müde, nach dem anstrengenden Tag wollte ich nur noch meine Augen zumachen …
Vielleicht find ich morgen noch irgendwie raus, ob mein Mensch auch einen eigenen Namen hat
und eventuell ist sogar diese Katzenkollegin “Cleopatra” morgen auch schon netter zu mir …

Ich bin zwar keine echte Egyptian Mau, dafür aber ein waschechter ägyptischer Wüstentiger –
diese Kollegin werd‘ ich schon noch von meinen Qualitäten überzeugen.

Ich freu mich jedenfalls, wenn die Sonne wieder aufgeht …

tisbah ala-cheer! (Gute Nacht!)

Euer Manet

Anmerkung:
Vielen Dank an „Willi“ für die Genehmigung sein Luftbild vom Blue Moon zu verwenden.

Schnurr uns was ....