Das Schnurren der Katze – wie und warum?

3. August 2016

Das Schnurren einer Katze – ein tolles Geräusch und das nicht nur für einen Katzenbesitzer …

Im letzten Artikel der Reihe Schnurrhaare: Die nackte Wahrheit haben wir den Zweck
und die wirkliche Funktion der Schnurrhaare einer Katze erklärt.
Gleichzeitig wurde jedoch aufgedeckt, dass mit den Schnurrhaaren eben nicht geschnurrt wird …

Daher möchten wir heute näher darauf eingehen, wie und warum die Katze eigentlich schnurrt.
Zuerst allerdings ein paar wissenswerte Fakten rund um das Schurren …

Schnurren nur Hauskatzen?

Alle Dosenöffner, die glauben sie hätten das Exklusivrecht auf schnurrende Katzen,
müssen wir bereits an dieser Stelle enttäuschen.

Ja, Stubentiger tun es, aber auch der Luchs und der Wüstenluchs, genauso wie Ozelots und der Serval
selbst Pumas und Geparden können es: Schnurren.

Nur warum und wie genau?
Fakt ist, dass bis heute nicht restlos geklärt ist, wie und warum eine Katze
dieses surrende Geräusch eigentlich erzeugt.

Wie wird geschnurrt?

Hierzu gibt es einige verschiedene Hypothesen, diese wirklich im Detail zu beleuchten,
würde den Rahmen dieses Artikels eindeutig sprengen.

Fest steht, dass das Schnurren oder besser das Schurrgeräusch (bzw. der Schurrton)
aus einer gezielten Umleitung der Atemluft resultiert.
Hierfür wird irgendwie die Anatomie zwischen Zwerchfell und Kehlkopf der Katze eingespannt.

Zum Vergleich:
Ein menschlicher Sänger trainiert im Gesangsunterricht ebenfalls sowohl Zwerchfell als auch den Kehlkopf, 
durch Training und gezielte Übungen ist es dann möglich, gewisse Tonlagen zu erreichen.

Im Gegensatz zum Menschen konnte allerdings – trotz intensiver Katzenschnurrforschung –
bis heute nicht endgültig nachgewiesen werden, wie Katzen dieses typische andauernde Surren
eigentlich „produzieren“.

Fun Fact:
Ja, auch „Katzenschnurrforschung“ gibt es tatsächlich, warum in diese Richtung geforscht wird 
erläutern wir weiter unten im Artikel.

Warum schnurren Katzen?

Das Schnurren zählt wohl zu einem der bekanntesten Geräusche bei Katzen,
obwohl die Schnurrtätigkeit an sich eigentlich keine konkrete Lautäußerung ist (stimmlos).
Aber warum schnurren Katzen eigentlich?

Nun, auch das ist nicht mit einem Satz zu erklären und hat vielfältige Gründe …

Kitten nach der Geburt

Junge Katzen können zwar nach der Geburt noch nicht sofort sehen,
können allerdings schnurren, sobald diese von ihrer Mutter das erste Mal gesäugt werden.

Das Schnurren zeigt der Mutter an, dass die Kätzchen gut mit Milch versorgt werden.
Im Gegenzug schnurrt auch das Muttertier während des Säugens, um sich selbst und die Kätzchen
zu beruhigen.

Wer schon einmal einen Blick in eine Wurfkiste erhaschen durfte, wird das kennen.
Ich kann es nicht anders ausdrücken, man erlebt einen „Schnurrflash“.

Schnurren als Beruhigungsmethode

Auch in Stresssituationen, bei Angst oder auch bei Krankheit schnurren Katzen,
um sich selbst zu beruhigen.

Schnurrt eine Katze dauerhaft ohne ersichtlichen Grund, kann dies daher auch ein guter Indikator
für uns Menschen sein, um eine evtl. Erkrankung frühzeitig zu erkennen.

Beispiel: 
Cleopatra schnurrte bei ihrem Einzug quasi ständig. 
Ich wusste es damals nicht, aber dies hatte nichts mit Wohlbefinden zu tun,
sondern eher mit Stress und Angst in der neuen Umgebung. 
Als Mensch und speziell vielleicht neuer Katzenbesitzer interpretiert man diese subtilen
Signale der Katze eben auch manchmal anders.   

Schnurren zur Kommunikation

Bei einer Annäherung von Katze zu Katze dient das Schnurren als ein Signal der Friedfertigkeit.

Schnurren als Zeichen des Wohlbefindens

Das kennen alle Katzenhalter und es ist toll für Mensch und Katz‘.
Katze wird massiert und Ihr gefällt es offenkundig.

Hierzu können wir sogar einen kleinen Videobeweis liefern, auch wenn Herrchen nicht gerade
einen Hollywood-Filmkurs belegt hat … :-)

Dieses Geräusch ist einfach großartig, gerade nach einem harten Arbeitstag oder dergleichen
bringt das – so finde ich – auch dem Menschen ein wenig Erholung zurück.

Schnurren: Eine Kosten-Nutzen-Rechnung?

Wie oben bereits ausgeführt ist das Schnurren ein kontrollierter anatomischer Prozess
und kostet der Katze somit auch Energie.
Wenn allerdings absichtlich Energie investiert wird, was ist der Nutzen?

Vermutet wird, das sich die Katze durch das Schnurren einerseits selbst beruhigt und belohnt.
Andererseits wird spekuliert, dass das Schnurren einen erstaunlichen Selbstheilungsmechanismus
in Gang setzt.

Das Prinzip dahinter:
Schurren ist im Wesentlichen wie Sport: Es produziert andauernde mechanische Reize
im Körper bzw. im Skelett der Katze, worauf die Knochen ihren Stoffwechsel ankurbeln,
neue Knochenzellen entstehen und das Gewebe vermehrt und repariert wird.

Genau an dieser Stelle kommt jetzt wieder die menschliche Katzenschnurrforschung ins Spiel.
In diesem Bereich wird erforscht, welchen Zweck das Schnurren genau erfüllt und
wie man diesen Effekt positiv nutzen könnte.

Ähnliche Ansätze verfolgen übrigens auch diese „Rüttelbretter“ in Fitnesscentern.
Dieses Vibrationstraining für Sportler oder auch Senioren soll im Wesentlichen zur Stärkung
von Muskeln, Knochen und Gewebe betragen.
Die Methode selbst ist nicht unumstritten, allerdings konnte bei älteren Menschen zumindest
eine Verlangsamung des Knochenabbaus festgestellt werden.

Auffällig hierbei:
Die eingesetzten Vibrationen liegen genau im Bereich der Katzenschnurrfrequenz.

„Meine Katze schnurrt nie …“

Ich habe diese Aussage sehr oft gehört und auch gelesen,
aber ist das überhaupt möglich?

Ja!

Man geht davon aus, dass es gewisse anatomische Fehlbildungen gibt,
welche ein – für uns – hörbares Schnurren schlichtweg unmöglich machen.

Aus persönlicher Erfahrung gehe ich allerdings auch davon aus, dass das Schnurren
in manchen Situationen einfach „nicht passend“ ist und daher evtl. im Vergleich zu anderen Katzen
nicht so ausgeprägt ist.

Meine beiden Rassekatzen Cleopatra & Matt schmeißen zum Beispiel bei jeder Gelegenheit
sofort den „Schnurrmotor“ an.

Im Gegensatz dazu schnurrt der ursprünglich ägyptische Straßenkater „Manet“ höchst selten,
daher hat er es auch auf das Titelbild dieses Artikels geschafft.
Es ist eigentlich immer ein Highlight, wenn er mal schnurrt.

Manet wurde allerdings auch ziemlich stark verletzt aufgefunden und zudem
wird es in seiner damaligen Umgebung (wilde Straßenhunde etc.) nicht gerade vorteilhaft
gewesen sein, wenn Katze wie verrückt losschnurrt …


Hoffentlich hat Euch unser diesmal extrem schnurriger Artikel gefallen
und Ihr könnt Euch auch ein paar Infos mitnehmen.

Wir werden die Artikelserie „Katzenbasics / Katzenwissen“ auf jeden Fall weiterführen,
also bleibt uns weiterhin treu.
Wir schnurren auch ganz brav für Euch … :-)

Über konstruktives Feedback, Themenwünsche sowie Kommentare freuen wir uns immer!
Einfach unten die Kommentarfunktion oder das Kontaktformular nutzen …

Wenn Euch unser Blog gefällt würden wir uns derzeit ganz besonders über ein Blogabo (siehe rechte Seitenleiste)
oder ein Like auf unseren sozialen Medienkanälen freuen.
Nähere Infos hierzu findet Ihr in unserem Beitrag: Helft uns (auch weiterhin) zu helfen!.
Vielen Dank!

Liebe Grüße und Schnurrer

Felix, Cleopatra, Manet & Matt

Quelle (in Auszügen):
http://www.spektrum.de

Das könnte dich auch interessieren:

Schnurr uns was ....