Bloggen für den Tierschutz!

11. Januar 2017

Wir müssen zugeben, wir haben diesen konkreten Artikel für den Tierschutz
schon länger auf unserer Schreibliste, waren jedoch – auch aufgrund unserer
jüngsten Erfahrungen im Jahr 2016 – etwas unsicher,
wie wir selbigen präsentieren sollen …

Bloggeraktion: Bloggen für mehr Tierschutz!

Bereits vor einigen Wochen sind wir über unser Bloggernetzwerk auf eine Aktion gestoßen,
welche uns wirklich ein großes Lächeln ins Gesicht zauberte.

Der Landestierschutzverband Baden-Württemberg e.V. bat per Presseaussendung
alle Tierblogger zu einer gemeinsamen Bloggeraktion für den Tierschutz.

Eine tolle Aktion, oder?

Ja, gegen dieses Projekt ist überhaupt nichts zu sagen, im Gegenteil.
Es ist (leider) eher eine Seltenheit, dass Tierschutzvereine (welcher Art auch immer)
auch nur versuchen, aktiv mit uns in Kontakt zu treten.

Eine Aktion für mehr Tierschutz und für die Kastration

Für uns ist dieser Artikel eher schwierig, da es bei uns in Österreich seit April 2016
eine generelle Kastrationspflicht für alle Katzen gibt und diese im Tierschutzgesetz
fest verankert ist.
Ausgenommen sind offiziell lediglich Katzen, welche zur Zucht verwendet werden,
also in der Regel die Katzen eines registrierten Züchters.

Sollte man als Besitzer eines unkastrierten Tieres ausgeforscht werden,
muss man in Österreich mit sehr hohen Geldstrafen rechnen.
Natürlich deckt das nicht alle möglichen Szenarien ab, und wie genau
oder effektiv das kontrolliert wird oder überhaupt kontrolliert werden kann, ist ebenfalls fraglich.
Aber es ist ein größerer Schritt in Richtung der Verhinderung von Tierleid
und somit eine gute Nachricht.

In Deutschland jedoch – man möge uns korrigieren, aber wir haben nichts gefunden –
scheint es (noch) keine bundesweite Regelung zur Kastrationspflicht zu geben.

Da die Regelung aber auch bei uns in Österreich quasi noch in den Kinderschuhen steckt,
schadet es definitiv nicht auf diese Problematik aufmerksam zu machen.

Grundsätzliches

Eine Katze ist mit etwa 4-5 Monaten geschlechtsreif und kann dann zwei Würfe im Jahr
mit jeweils etwa 3 Kitten austragen.

Rechenbeispiel:

Bei über 2 Millionen Straßenkatzen in Deutschland
(genaue Angaben gibt es weder in Deutschland noch in Österreich), würde die Vermehrung
binnen eines Jahres wie folgt aussehen:

Gehen wir gerecht je einer Million Katzen & Katern und einer Kittenanzahl von 3 pro Wurf aus.

= 6 Millionen Kitten pro Jahr, welche Ihrerseits nach 4-5 Monaten wieder für Nachwuchs
sorgen können.

Diese Spirale muss auch zum Schutz der Tiere unbedingt durch rechtzeitige Kastrationen
unterbrochen werden!

Ein kleiner Vergleich:

Um diese Zahlen etwas in Relation setzen zu können, vergleichen wir kurz einmal die beiden Länder.
In ganz Österreich leben derzeit etwa 2 Millionen Hauskatzen bei ca. 9 Millionen Einwohnern.

Vorteile einer Kastration bzw. von Kastrationsprojekten

Neben der offensichtlichen Regulierung des Katzenbestandes bringt die Kastration
auch noch andere Vorteile für die Katzen mit sich:

– Krankheiten wie etwa Katzenaids werden weniger oft übertragen
– Das Revier der Straßenkatzen (speziell Kater) wird kleiner, da „Partnersuche“ entfällt
– Untersuchung und Behandlung im Rahmen der Kastration
– Katzen müssen nicht grausam verhungern, erfrieren oder gar getötet werden

Diese Aufzählung würde sich beliebig lang erweitern lassen,
wichtig ist jedoch die Vorteile für Tier (& auch Mensch) überwiegen eindeutig.

Kosten einer Kastration

Der Kostenfaktor einer Kastration ist nicht leicht zu beziffern,
da im Allgemeinen regionale Unterschiede vorliegen (Stadt / Land etc.) und die gesetzlichen Gebührenverordnungen sehr komplex sind und daher mitunter nur als Richtwert dienen können.

Mit etwa 25 € (Kater) bzw. etwa 60 € (Katze) ist eine Kastration aber auch nicht unleistbar,
die Vorteile überwiegen eindeutig.

Im Rahmen von Kastrationsprojekten,
wie jenes vom Landestierschutzverband Baden-Württemberg e.V. werden die Katzen
meist zusätzlich genau untersucht, vorsorgt und auch gechippt.

Solche Projekte für eine hohe Anzahl von Katzen verursachen natürlich auch hohe Kosten
(Futterstellen, Untersuchung, Behandlung, Kastration, Rückführung der Katzen), welche von den Organisationen meist unmöglich alleine gestemmt werden können.

Eure Mithilfe ist gefragt!

Wir werden an dieser Stelle niemanden explizit hervorheben, aber es ist wichtig sich für solche
und andere Projekte einzusetzen und es dient vor allem dem Wohl der Tiere und somit dem Tierschutz.

Schaut einfach einmal in Eurer direkten Umgebung (Gemeinde, Stadt, etc.)
wer sich sinnvoll und mit Leidenschaft für den Tierschutz einsetzt!
Jede noch so kleine Unterstützung und jeder Euro ist wertvoll und im Sinne der Tiere
ganz sicher auch gut investiert.

Unsere Position in Sachen Tierschutz für 2017

Wir haben für unsere Aktion „Helft uns (auch weiterhin) zu helfen!“ seit Juli 2016
nach – österreichischen – Partnern oder besser Empfängern von Unterstützung
sowohl auf finanzieller als auch wenn möglich persönlicher Ebene gesucht.

Das Ergebnis?
Nun, wie sollen wir es ausdrücken, es gibt schlicht kein Ergebnis.
Wir haben Dutzende Stellen angeschrieben, angerufen etc. aber niemanden war es
offensichtlich möglich unser Engagement „zu konsumieren“.

Meist kam (binnen etwa 6 Monaten!) nicht einmal irgendeine Form der Rückmeldung.
Manchmal wurde man herzlich eingeladen zu kommen und stand dann pünktlich vor Ort
wie ausgesetzt und nicht abgeholt (meist mitsamt Futterspende oder Ähnlichem).
Die darauf folgenden Statements (falls diese überhaupt einzuholen waren)
erspare ich diesem Artikel, denn diese sind nicht einmal einen Kommentar wert.

Nur selten war ein guter Kontakt sowie ehrliche und aufrichtige Kommunikation möglich,
wobei man Unterstützung dann teilweise höflich ablehnte oder zurzeit nicht benötigte.
Das verdient unseren höchsten Respekt und ist auch völlig in Ordnung.

Unser Fazit

Wir haben oben mit voller Absicht österreichische Partner hervorgehoben,
denn vielleicht sind wir hier noch nicht so weit um die Unterstützung
von Bloggern anzunehmen und auch (für sich) zu nutzen.

Wir finden dies sehr schade, denn wir hätten uns gerne intensiv in der Region engagiert
und unsere bescheidenen Mittel sowie den Blog für den Tierschutz genutzt.

Entschluss & Spende

Vorerst stellen wir unsere eigene Aktion für den Tierschutz allerdings hiermit ersatzlos ein,
spenden jedoch in nächster Zeit den Betrag von 25 € an einen Verband, der offensichtlich
gerne neue Wege geht & sich auch aktiv und offen um Mithilfe bemüht,
nämlich an den Landestierschutzverband Baden-Württemberg e.V.

ABER

Wir sind trotzdem der Meinung, dass Tierschutz gerade in der heutigen Zeit sehr wichtig ist
und leider oft zu kurz kommt. Daher ändern wir 2017 kurzerhand unsere Vorgehensweise
und drehen den Spieß sozusagen um.

Jede Tierschutzorganisation und jeder Verein, welche/r Unterstützung braucht und gerne mit uns
– in welcher Form auch immer – zusammenarbeiten möchte, darf sich gerne bei uns melden.
Wir würden uns freuen, wenn Ihr mit uns in Kontakt treten würdet!

Schlussbemerkung

Mit diesem Artikel bzw. mit dieser Bloggeraktion ist auch ein kleines Gewinnspiel
seitens des Landestierschutzverbands Baden-Württemberg e.V. verbunden.

Dies hat uns beeindruckt, nicht wegen des Gewinns (Blogthemes oder auch Designs),
sondern aufgrund des Engagements und dem schlichten Versuch eine sinnvolle Gegenleistung
„anzubieten“.

Allerdings finden wir dies in diesem Kontext völlig überflüssig (ein Engagement sollte selbstverständlich sein) und wir würden uns auch nicht gut fühlen, wenn wir diesen Gewinn erzielen würden.

Daher bitten wir darum, falls wir diesen Gewinn erzielen würden (Auswahlmethode unbekannt),
den Gewinn einzubehalten bzw. sich den Geldwert vom Kooperationspartner spenden zu lassen.


Trotzdem oder vielleicht auch gerade, weil dieser Artikel länger auf unserer Schreibliste war,
hat er uns wahnsinnig viel Spaß gemacht.

Wir hoffen dieses Beispiel bzw. der Versuch einer Kooperation mit Bloggern
hat – auch im Bereich des Tierschutzes – eine gewisse Signalwirkung.
Wir (Tier-) Blogger sitzen eben nicht nur – wie im Beitragsbild angedeutet –
mit Kaffee & Laptop im Garten und berichten über die neuesten Trends,
sondern lassen uns auch gerne für sinnvolle Zwecke „einspannen“.

Jedenfalls würden wir uns freuen, wenn wir auf diese Art regelmäßig helfen könnten!

Im nächsten Artikel werden wir Euch unser Blogkonzept wir 2017 näher vorstellen.
Zugegeben, wir haben etwas länger daran rumgewerkelt, wollten Eure Vorschläge/Rückmeldungen
und Wünsche aber unbedingt einarbeiten und berücksichtigen.

Wie immer wären wir sehr dankbar, wenn Ihr denn Artikel fleißig teilt und/oder uns Eure Gedanken
dazu in Form von Kommentaren (hier im Blog) oder auf unserer Facebookseite mitteilt.

Quellenangabe:
Beitragsbild: Pressemeldung Landestierschutzverband Baden-Württemberg e.V.

6 Kommentare

  1. Wirklich schade, dass die Vereine eure Mühen nicht zu schätzen wussten. Toll, dass ihr trotzdem weitermacht und woanders eure Unterstützung anbietet.
    Danke

Schnurr uns was ....